Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich nach den jüngsten Beschlüssen der Linkspartei zum Nahost-Konflikt deutlich von der Partei distanziert. Zentralratspräsident Josef Schuster wirft der Linken vor, mit ihrer Haltung zu Israel und zum Krieg im Gazastreifen den Antisemitismus in Deutschland zu befördern. Für jüdische Wähler sei die Partei damit nicht mehr wählbar, erklärte er gegenüber der „Welt“.
Zentralrat wirft Linken Vorschub für Antisemitismus vor
Zentralratspräsident Josef Schuster kritisiert die Linke für ihre Beschlusslage zum Nahost-Konflikt. „Die Linke leistet mit ihrer Beschlussfassung dem wachsenden Antisemitismus weiteren Vorschub“, sagte Schuster der „Welt“. Für Juden mache sie sich damit „unwählbar“, so der Zentralratspräsident zur „Welt“.
Beschlüsse der Linken zum Nahost-Konflikt
Die Linke hatte auf ihrem Bundesparteitag in Potsdam am Wochenende beschlossen, den Krieg Israels im Gazastreifen als „Völkermord“ zu bezeichnen. Die Partei bekennt sich demnach zum Existenzrecht Israels und Palästinas und distanziert sich von Antisemitismus und Rassismus.
Zweifel an Glaubwürdigkeit der Distanzierung
Antisemitische Vorfälle in Deutschland seien weiterhin auf einem Höchststand, sagte Schuster der „Welt“. Die Distanzierung der Linken vom Antisemitismus hält er nicht für glaubwürdig. „Statt sich mit dem wachsenden Antisemitismus zu befassen, der gerade auch von linken Gruppen forciert wird, nutzt die Linke ihren Bundesparteitag für Lippenbekenntnisse zum Schutz jüdischen Lebens, die zwischen Boykottunterstützung und `Genozid`-Vorwürfen gegen Israel jede Glaubwürdigkeit verlieren“, sagte Schuster der „Welt“.
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