Vor dem WM-Auftakt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wächst beim Hauptsponsor Zalando der Unmut in der Belegschaft. Beschäftigte des Moderversandhändlers protestieren gegen die geplante Schließung des Standorts Erfurt und werfen dem Unternehmen widersprüchliche Prioritäten vor. Zalando verteidigt sein Engagement im Profi-Fußball und verweist auf wirtschaftliche Gründe für den Abbau von Arbeitsplätzen.
Protest vor WM-Auftakt
Vor Beginn der Fußball-WM haben Beschäftigte des Hauptsponsors der deutschen Nationalmannschaft Zalando gegen die geplante Schließung des Standorts in Erfurt protestiert. Für die Beschäftigten des Moderversandhändlers sei das ein Widerspruch, sagte Tony Krause, Betriebsratschef, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). „Da wirft Zalando 60 Millionen Euro für ein Fußball-Sponsoring aus dem Fenster, während die Menschen, die dieses Unternehmen überhaupt erst groß und reich gemacht haben, weggeworfen werden wie Altpapier.“
Am Erfurter Standort verhandelt der Betriebsrat seit mehreren Wochen mit Zalando über einen Sozialplan für die rund 2.700 von der Schließung betroffenen Beschäftigten. Das Unternehmen setze falsche Prioritäten, kritisierte Krause im Gespräch mit dem RND. „Für Glanz und Glamour im Profifußball ist scheinbar alles da, aber für die Existenz der eigenen Leute bleibt gefühlt nur eiskalte Härte“, sagte der Arbeitnehmervertreter dem RND.
Zalando verweist auf wirtschaftliche Gründe
Zalando wies die Kritik zurück. „Fußball ist weit mehr als nur ein Sport – er ist gelebte Kultur und verbindet Menschen“, sagte ein Unternehmenssprecher dem RND. Die Schließung des Erfurter Standorts habe dagegen klar wirtschaftliche Gründe: „Wir müssen Überkapazitäten abbauen und das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig halten“, so der Sprecher gegenüber dem RND.
Konflikt zwischen Betriebsrat und Unternehmen
Die Kritik am Fußball-Sponsoring von Zalando verschärft den Konflikt zwischen Betriebsrat und Unternehmen. Erst Ende Mai hatten beide Seiten nach wochenlanger Wartezeit wieder Gespräche aufgenommen. Zuvor waren erste Verhandlungen gescheitert.
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