Erstmals seit 1998 hat ein Wolf in Deutschland einen Menschen angegriffen.
In Hamburg hat ein Wolf eine Frau gebissen. Der Vorfall ereignete sich in einer Einkaufspassage in Altona, wo das Tier in Panik geriet und gegen eine Glasscheibe lief. Die Frau, die versuchte, dem Wolf zu helfen, wurde ins Gesicht gebissen und musste ambulante behandelt werden. Der Wolf konnte später von der Polizei an der Binnenalster eingefangen werden. Es ist der erste dokumentierte Angriff eines Wolfes auf einen Menschen in Deutschland seit der Wiederansiedlung der Tiere im Jahr 1998, wie das Bundesamt für Naturschutz bestätigte. Laut NDR handelt es sich um einen Präzedenzfall, aus dem die Stadt Konsequenzen ziehen will.
Wolf in Hamburg: Rätsel um überraschendes Verhalten
Der Wolf wurde zunächst in einem Wildgehege untergebracht und später in eine Wildtierauffangstation in Niedersachsen gebracht. Das weitere Schicksal des Tieres ist noch unklar. Die Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sprach von einer ’sehr überraschenden Verhaltensänderung‘ des Wolfes. Eine Treibjagd in der Stadt wäre ein ‚unkalkulierbares Risiko‘ gewesen, so Fegebank. Der Wolf soll nun tiermedizinisch versorgt werden.
Hamburger Wolf: Kein Angriff, sondern Ausnahmesituation
Experten vermuten, dass es sich um einen jungen Wolf handelt, der sein Rudel verlassen hat und auf der Suche nach einem neuen Revier war. Laut Tagesschau ist es extrem selten, dass Wölfe Menschen angreifen. In den meisten Fällen handele es sich um kranke Tiere oder solche mit Tollwut. Der Wolf in Hamburg sei jedoch nicht aggressiv gewesen, sondern habe sich in einer Ausnahmesituation befunden. Die Debatte um den Umgang mit Wölfen in Deutschland wird durch diesen Vorfall erneut angeheizt. Während einige Experten und Politiker eine Eindämmung des Wolfbestands fordern, betonen andere den Schutzstatus der Tiere.
Bundesrat lockert Abschussregeln für Problemwölfe
Der Bundesrat hatte kürzlich ein Gesetz gebilligt, das den Abschuss von sogenannten Problemwölfen erleichtern soll. In Hamburg wird der Wolfsmanagement-Plan nun überprüft und gegebenenfalls angepasst. Das oberste Ziel sei die Sicherheit der Hamburgerinnen und Hamburger, so Fegebank. Der Wolf wurde zunächst in den Wildpark Klövensteen gebracht, wo er zur Ruhe kommen soll. Ein späterer Zeitpunkt und Ort für eine mögliche Auswilderung sind noch unbekannt.
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