Das Erstarken der AfD in Sachsen-Anhalt führt nach Darstellung von Landeswissenschaftsminister Armin Willingmann zu spürbaren Nachteilen für Hochschulen und Unternehmen im Land. Das von der Partei erzeugte politische Klima schrecke Bewerberinnen und Bewerber ab und werde zunehmend zu einem Standortnachteil, sagte der SPD-Politiker der Funke-Mediengruppe.
Willingmann sieht politisches Klima als Standortnachteil
Landeswissenschaftsminister Armin Willingmann
Nach seinen Worten wirkt sich dies bereits konkret auf die Gewinnung von Personal aus. Betroffen seien sowohl staatliche Einrichtungen wie Hochschulen als auch Unternehmen in der Privatwirtschaft.
Probleme bei der Besetzung von Professuren
Besonders sichtbar sei die Entwicklung an den Hochschulen des Landes, wenn es um die Berufung von Professorinnen und Professoren gehe, so Willingmann. Die politische Entwicklung in Sachsen-Anhalt schrecke mögliche Bewerber ab. Es sagten inzwischen nicht mehr nur Menschen unterschiedlicher Hautfarbe: „Ich komme nicht.“ Viele sagten auch, sie wollten ihre Familie nicht in ein Umfeld holen, in dem sich das Klima so entwickle, berichtete der Minister der Funke-Mediengruppe.
Auswirkungen auf Privatwirtschaft und Fachkräftemangel
Nach Angaben Willingmanns sind auch Unternehmen mit der veränderten Stimmungslage konfrontiert. Abgeschreckt würden ebenfalls Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft. Dieselben Erfahrungen schilderten inzwischen auch Unternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften, berichtete Willingmann der Funke-Mediengruppe.
Er verwies darauf, dass nicht nur Wirtschaftsverbände angesichts des unübersehbaren Fachkräftebedarfs in Sachsen-Anhalt vor dieser Entwicklung warnten.
