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Startseite Deutschland & die WeltWirtschaft drängt auf Lockerung und Reform der EU-DSGVO
Deutschland & die Welt

Wirtschaft drängt auf Lockerung und Reform der EU-DSGVO

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 3. Dezember 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 3. Dezember 2025
Foto: dts
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Die deutsche Wirtschaft dringt auf eine Reform der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom sehen viele Unternehmen den Datenschutz als Hemmnis für ihre Arbeit und fordern erhebliche Erleichterungen. Zugleich berichten sie von wachsendem Aufwand und unsicherer Rechtslage bei der Umsetzung der Vorgaben.

Unternehmen empfinden Datenschutz als Belastung

Nach der Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom fordern 79 Prozent der Unternehmen von der deutschen Politik, dass sie eine DSGVO-Reform auf europäischer Ebene vorantreibt. 71 Prozent sind der Meinung, die DSGVO müsse gelockert werden. Bei rund zwei Dritteln (69 Prozent) hat der Aufwand im vergangenen Jahr weiter zugenommen, inzwischen bezeichnen ihn 97 Prozent als sehr hoch oder eher hoch.

72 Prozent der Unternehmen beklagen, „dass wir es mit dem Datenschutz in Deutschland übertreiben“ (Quelle: Bitkom), vor einem Jahr waren es noch 64 Prozent. Und 77 Prozent sagen, „der Datenschutz hemmt die Digitalisierung in Deutschland“ (Quelle: Bitkom), im Jahr 2024 waren es 70 Prozent.

Als größte Herausforderungen bei der Umsetzung von Datenschutzvorgaben nennen die Unternehmen, dass dieser Prozess nie abgeschlossen ist (86 Prozent) sowie die Unsicherheit zu genauen Vorgaben der DSGVO (82 Prozent). Dazu kommen immer wiederkehrende Prüfungen beim Ausrollen neuer Tools (77 Prozent). Dahinter folgen mit etwas Abstand allgemein zu hohe Anforderungen (69 Prozent), die uneinheitliche Auslegung innerhalb der EU (54 Prozent), mangelnde Beratung durch Aufsichtsbehörden (54 Prozent), sich widersprechende rechtliche Vorgaben (53 Prozent) und eine uneinheitliche Auslegung innerhalb Deutschlands (37 Prozent).

Forderung nach Nachbesserungen der DSGVO

An mehreren Stellen wünschen sich die Unternehmen Nachbesserungen der DSGVO. Jeweils rund drei Viertel wollen, dass die Dokumentationspflicht von Verarbeitungstätigkeiten reduziert (76 Prozent) und das Verbot mit Erlaubnisvorbehalt abgeschafft (73 Prozent) werden. Je sechs von zehn Unternehmen plädieren für eine vereinfachte Nutzung pseudonymisierter Daten (63 Prozent), eine verpflichtende praxisnähere Beratung durch die Aufsichtsbehörden (62 Prozent), mehr Rechtssicherheit bei der Interessenabwägung (61 Prozent) und weniger Informationspflichten (60 Prozent).

Für 54 Prozent sollte mehr Datenverarbeitung ohne Einwilligung ermöglicht, für 53 Prozent der Prüfaufwand für Datenschutzfolgeabschätzungen verringert werden. Ein Drittel (33 Prozent) möchte die Pflicht zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten abschaffen.

Die genannten Wünsche spiegeln nach Angaben von Bitkom wider, wo aktuell der größte Aufwand bei der Umsetzung des Datenschutzes in den Unternehmen entsteht. Bei 73 Prozent sind das die Dokumentationspflicht von Verarbeitungstätigkeiten sowie die technische Implementierung (69 Prozent). Dahinter folgen fast gleichauf die Klärung rechtlicher Anforderungen (57 Prozent), die Abstimmung mit externen Dienstleistern (54 Prozent) sowie die Erfüllung von Informationspflichten (53 Prozent).

43 Prozent nennen die Sicherstellung der Betroffenenrechte, je 36 Prozent die Schulung der Beschäftigten und die Bewertung von Datenschutzverstößen, 33 Prozent den Aufbau interner Datenschutzkompetenzen und 25 Prozent die Benennung eines Datenschutzbeauftragten. Kein Unternehmen gibt an, frei von Problemen aufgrund des Datenschutzes zu sein.

Kritik an Behörden und Folgen von Verstößen

Aber nicht nur bei den Datenschutzregeln wird Reformbedarf gesehen, es gibt auch Kritik an den Aufsichtsbehörden. Rund zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmen beklagen, dass die deutschen Datenschutzbehörden die DSGVO zu streng anwenden. Eine Folge: 62 Prozent der Unternehmen überziehen nach eigenen Angaben beim Datenschutz aus Angst, gegen die DS-GVO zu verstoßen. Mit knapper Mehrheit plädieren die Unternehmen dafür, die Datenschutzaufsicht auf Bundesebene zu zentralisieren; 53 Prozent befürworten diesen Vorschlag, 42 Prozent sind dagegen.

Datenschutzverstöße haben in den Unternehmen zumeist Konsequenzen. Ein Viertel der Unternehmen räumt für die vergangenen zwölf Monate Verstöße ein. Bei 19 Prozent gab es einen Verstoß, bei sechs Prozent mehrere. 59 Prozent hatten nach eigenen Angaben keine Datenschutzverstöße, 16 Prozent wollen oder können keine Angaben machen. 57 Prozent der Unternehmen, bei denen es zu Datenschutzverstößen kam, haben diese an die Aufsicht gemeldet, 29 Prozent haben keine Meldungen gemacht und 14 Prozent wollen oder können dazu keine Angabe machen.

Rund jedes zweite Unternehmen mit Datenschutzverstößen stuft diese als sehr schwerwiegend (16 Prozent) oder eher schwerwiegend (32 Prozent) ein. Bei 23 Prozent waren sie eher nicht schwerwiegend, bei 19 Prozent überhaupt nicht schwerwiegend und jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) kann oder will dazu keine Angaben machen. Auf die Folgen des größten Datenschutzverstoßes der vergangenen zwölf Monate angesprochen, nennen 93 Prozent den organisatorischen Aufwand. Mit deutlichem Abstand folgt dahinter ein Bußgeld (51 Prozent). 18 Prozent haben Kunden verloren, sieben Prozent mussten Schadenersatz zahlen und ebenfalls sieben Prozent berichten von Reputationsschäden. Bei fünf Prozent gab es nach eigenen Angaben gar keine Folgen.

Für die Erhebung befragte Bitkom Research telefonisch 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland. Die Befragung fand im Zeitraum von der 30. bis zur 35. Kalenderwoche 2025 statt.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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