Eine Welturaufführung in Osnabrück – und dann auch noch im Planetarium am Schölerberg: Am Donnerstag (15. Oktober) feierte der neue 360-Grad-Film „Fabulara – Komm mit uns ins Wunderland“ seine Weltpremiere. Die ungewöhnliche Produktion trifft offenbar einen Nerv: Von bislang 14 geplanten Vorstellungen sind bereits zehn ausverkauft.
Museumsdirektor Norbert Niedernostheide wies in seiner kurzen Ansprache auf die Besonderheit des Ereignisses hin. Eine Welturaufführung sei für Osnabrück schon grundsätzlich etwas Seltenes. Dass diese im Planetarium stattfinde, mache den Anlass umso außergewöhnlicher.
Denn „Fabulara – Komm mit uns ins Wunderland“ ist kein gewöhnlicher Kinderfilm. Die Produktion wurde eigens für die halbkugelförmige Projektionsfläche eines Planetariums entwickelt. Statt auf eine rechteckige Leinwand schauen die Zuschauer in eine Bilderwelt, die sich über ihren Köpfen und um sie herum entfaltet.
Die Idee entstand bei einem Konzert von Kicky Ring
Die Geschichte hinter dem Film beginnt ebenfalls in Osnabrück. Peter Band, Vorstand der Osnabrücker Public Entertainment AG und Initiator von Fabulara, besuchte ein Konzert des Osnabrücker Journalisten und Musikers Thomas Wübker im Planetarium am Schölerberg.
Peter Band / Foto: Heiko Pohlmann
Wübker, der seit Anfang der 2000er-Jahre als freier Journalist arbeitet, tritt unter dem Künstlernamen „Kicky Ring“ mit Elektro-Surf-Musik auf. Bei seinem Auftritt im Planetarium wurde Peter Band bewusst, welche Möglichkeiten die dort vorhandene Projektionstechnik bietet.
Aus diesem Konzerterlebnis entstand die Idee, die Figuren des Leseförderprojekts Fabulara in die Kuppel zu bringen. Allerdings lassen sich herkömmliche Filme nicht ohne Weiteres auf einer solchen Projektionsfläche zeigen. Für eine überzeugende Rundumdarstellung müssen Bilder und Animationen speziell auf das sogenannte Fulldome-Format zugeschnitten werden.
Das macht solche Produktionen technisch aufwendig. Während herkömmliche Filme auf einen klar begrenzten Bildausschnitt ausgelegt sind, muss bei einem Fulldome-Film die gesamte Kuppel als Projektionsfläche berücksichtigt werden.
Osnabrücker Projekt mit bundesweiter Reichweite
Die Geschichte des Films stammt von Jürgen „Yogi“ Eick, der gemeinsam mit Peter Band das Fabulara-Projekt entwickelt hat. Für die filmische Umsetzung war Daniel Wegmann verantwortlich.
Bei der technischen und organisatorischen Realisierung arbeitete das Team mit Dr. Thorsten Ratzka, dem Leiter des Osnabrücker Planetariums, zusammen. Unterstützung erhielt die Produktion unter anderem von René Strothmann, Geschäftsführer der Osnabrücker Ikarus Aviation GmbH.
Fabulara wurde 2014 ins Leben gerufen und soll Kinder spielerisch für Bücher und das Lesen begeistern. Gemeinsam mit den Figuren Baba Book und Laila Musica nimmt Yogi sein junges Publikum mit auf eine Reise in fantastische Geschichtenwelten.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen hat Fabulara inzwischen mehr als 100.000 Kinder an über 200 Bildungseinrichtungen erreicht.
Über die Entstehung des Films, die technische Umsetzung und die Beteiligten hatte die HASEPOST bereits im September ausführlich berichtet: Fabulara erobert die Sterne: 360-Grad-Film feiert Premiere im Osnabrücker Planetarium.
Zehn von 14 Vorstellungen bereits ausverkauft
Wie groß das Interesse an dem neuen Film ist, zeigt sich bereits zum Start. Von den bislang 14 geplanten Vorstellungen sind nach aktuellen Angaben zehn vollständig ausverkauft. Damit sind bereits mehr als 70 Prozent der angesetzten Termine ausgebucht.
Yogi Eick zeigt die Vorstellungstermine, ausverkaufte Termine sind durchgestrichen / Foto: Heiko Pohlmann
Der Film richtet sich insbesondere an Familien mit Kindern ab etwa vier Jahren. Die regulären Vorführungen begannen am Freitag (16. Oktober).
Für das Planetarium am Schölerberg kommt die neue Produktion zu einem besonderen Zeitpunkt: Die Einrichtung feiert in diesem Oktober ihr 40-jähriges Bestehen. Erst vor wenigen Monaten wurde die digitale Projektionstechnik erneuert. Auf der acht Meter großen Kuppel stehen rund 100 Quadratmeter Projektionsfläche zur Verfügung. Ein 5.1-Surround-System ergänzt das Bilderlebnis.
Informationen zu weiteren Vorstellungen und Eintrittskarten gibt es beim Museum am Schölerberg.