CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers zeigt sich gelöst – Wahlbeteiligung in Berlin höher als 2023.
Mitten im Wahlkampf hat der Berliner Finanz- und Kultursenator Stefan Evers die Spitzenkandidatur der CDU übernommen. Am Sonntag gab der 46-Jährige nun entspannt seine Stimme für die Wahl zum Abgeordnetenhaus ab. Wie die dpa und news.de berichten, zeigte sich Evers in der Turnhalle der Emanuel-Lasker-Schule in Berlin-Friedrichshain gut gelaunt und betonte, er sei „ausgesprochen gelöst und entspannt“. Laut der „Berliner Morgenpost“ wurde er auf dem Weg zum Wahllokal von Obdachlosen beschimpft, was er ignoriert haben soll. Evers selbst erklärte, er habe endlich ausgeschlafen und plane, am Abend das Wahlergebnis im Abgeordnetenhaus zu verfolgen.
Berliner Wahlkampf: Kopf-an-Kopf-Rennen entscheidet
„Es steht Spitz auf Knopf in Berlin“, sagte er. Um 18 Uhr werde man mehr wissen. In den jüngsten Umfragen liefert sich Evers ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, wie news.de berichtet. AfD, Grüne und SPD folgen dahinter. Auf dieser Grundlage wären nur noch Dreierbündnisse möglich.
Wegners Rückzug prägt Berlins Wahlkampf
Evers hatte den Wahlkampf als Spitzenkandidat fortgesetzt, nachdem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) Mitte Juli auf eine Kandidatur verzichtet hatte. Grund war die anhaltende Kritik an Wegner wegen falscher Angaben zum Stromausfall Anfang des Jahres im Berliner Südwesten. Wegner selbst wählte im Wahllokal in der Grundschule Ritterfeld in Spandau und zeigte sich angespannt, aber zuversichtlich. Die Wahlbeteiligung in Berlin lag um 12 Uhr bei 27,9 Prozent, wie die Landeswahlleitung mitteilte. 2023 hatte sie zum gleichen Zeitpunkt bei 23,4 Prozent gelegen, was einem Anstieg von 4,5 Prozentpunkten entspricht.
Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet hohe Wahlbeteiligung
In Mecklenburg-Vorpommern zeichnete sich ebenfalls eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis 14 Uhr hatten 40,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie der Landeswahlleiter in Schwerin mitteilte. 2021 lag die Beteiligung zur selben Uhrzeit bei 32,5 Prozent. In Rostock-Kassebohm musste ein Wahllokal aufgrund von Zugangsproblemen kurzfristig in einen Bus der Rostocker Straßenbahn AG verlegt werden, wie die „Ostsee-Zeitung“ und ein Sprecher der Hansestadt berichteten. Das Provisorium dauerte etwa eine halbe Stunde, bevor der eigentliche Wahlraum genutzt werden konnte.