27,9 Prozent Wahlbeteiligung bis mittags – CDU und Linke im Kopf-an-Kopf-Rennen
In Berlin findet am Sonntag die Wahl zum Abgeordnetenhaus statt. Bis mittags haben sich bereits 27,9 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Damit liegt die Wahlbeteiligung 4,5 Prozentpunkte über dem Wert von 2023, als zu diesem Zeitpunkt 23,4 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Die höchste Beteiligung zur Mittagszeit wurde aus Treptow-Köpenick mit 30,5 Prozent gemeldet, die niedrigste aus Mitte mit 24,8 Prozent. Die Wahl verlaufe bisher ruhig, hieß es vonseiten der Wahlleitung und der Polizei, die mit rund 1.100 zusätzlichen Kräften im Einsatz ist.
Graffiti und Schlösserverklebung an Wahllokalen
Vereinzelt gab es jedoch Sachbeschädigungen, etwa verklebte Schlösser an Wahllokalen oder Schmierereien mit politischen Parolen. In Schöneberg wurde eine Sporthalle mit Graffiti beschmiert und die Türen verklebt, wie der Tagesspiegel berichtet. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts einer politisch motivierten Straftat. Die Polizei bat Bürger, Hinweise auf zu nah an Wahllokalen angebrachte Wahlplakate direkt in den Wahllokalen zu melden.
Rekordzahl an Briefwählern in Berlin
Die tagesschau berichtet zudem von einer hohen Zahl an Briefwählern: Über 800.000 Wahlscheine seien ausgestellt worden, was etwa einem Drittel der Wahlberechtigten entspricht. Die Wahlunterlagen wurden vereinfacht, indem Erst- und Zweitstimme auf einem gemeinsamen Stimmzettel stehen. Die Wahlbeteiligung liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert, was auf ein großes Interesse der Berlinerinnen und Berliner hindeutet. Parallel geben die Spitzenkandidaten der Parteien ihre Stimme ab. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wählte in der Grundschule Ritterfeld und betonte, er hoffe auf stabile Verhältnisse und eine Stärkung der Mitte.
CDU und Linke liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen
Die CDU geht mit Finanzsenator Stefan Evers als Spitzenkandidat ins Rennen, der in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Elif Eralp von der Linken führt. Die Linke setzt im Wahlkampf vor allem auf Themen wie bezahlbaren Wohnraum und die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne. Die AfD liegt laut Umfragen mit 18 Prozent auf Platz drei, gefolgt von Grünen und SPD. Die Wahl wird als Gradmesser für die politische Stimmung in der Hauptstadt und möglicherweise auch für die Bundespolitik gesehen.