Außenminister Johann Wadephul (CDU) bewertet das transatlantische Verhältnis trotz jüngster Spannungen weiterhin als fest und belastbar. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe) räumt er zugleich kommunikative Versäumnisse der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Irankrieg ein und kritisiert aktuelle Äußerungen aus Washington.
„Transatlantisches Bündnis fest“
Außenminister Johann Wadephul (CDU) betonte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe), er sehe das Verhältnis zu den USA weiterhin stabil. Seinen zum Amtsantritt geäußerten Satz, dass er „im Kern nie Zweifel gehabt habe, dass die Vereinigten Staaten an unserer Seite stünden“, würde er auch heute so wiederholen, erklärte der CDU-Politiker. Er habe die US-Administration „in ihrer Tiefe kennengelernt, vom State Department bis in die Nato-Strukturen“, so Wadephul. „Dort erlebe ich immer wieder, dass das transatlantische Bündnis fest ist“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Debatte um Iran und US-Truppen
Mit Blick auf die Irritationen der vergangenen Tage, als auf die Einschätzung des Bundeskanzlers, dass der Iran die USA demütige, Einlassungen des US-Präsidenten folgten bis hin zu der Drohung, einen Truppenabzug aus Deutschland zu prüfen, mahnte Wadephul im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, das Grundsätzliche nicht aus den Augen zu verlieren. „Meinungsunterschiede in und zwischen offenen Gesellschaften sind normal, sie dürfen das Grundsätzliche nicht infrage stellen“, sagte er. „Dafür tragen wir alle Verantwortung, gerade in Zeiten von Krisen und Kriegen.“
Die Warnung des Kanzlers sei klar an Iran adressiert gewesen, jetzt „das Blatt nicht zu überreizen und die USA nicht noch weiter herauszufordern“, sagte Wadephul der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Darin sei er sich in seinem Gespräch mit US-Außenminister Rubio am Mittwoch „auch völlig einig“ gewesen.
Kritik an Washington und selbstkritischer Blick auf Berlin
Mit Blick auf Streitthemen der vergangenen Monate wie „die Zölle und Trumps Drohungen gegenüber Grönland“ sagte Wadephul der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, natürlich besorge ihn das. „Manches davon war und ist wirklich unnötig.“ Er bemühe sich, „das zu verstehen“.
Zugleich gestand Wadephul ein, dass rund um den Irankrieg und die Sicherung der Straße von Hormus die Kommunikation der Bundesregierung „nicht gut genug“ gewesen sei. Man sei von Beginn an bereit gewesen, an einem „Nachkriegsszenario mitzuwirken, das globale Interessen, die ja auch unsere sind, gegenüber Iran absichert“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Wir hätten dies vielleicht noch klarer formulieren können, um damit zur gesamten US-Regierung durchzudringen“, so Wadephul. „Wir haben in unseren Gesprächen mit Washington gespiegelt bekommen, dass man unsere Rolle zu schätzen weiß.“
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