Der VfL Osnabrück hat auch sein zweites Spiel in Folge verloren. Gegen den 1. FC Kaiserslautern unterlagen die Lila-Weißen am Samstag (7. November) an der Bremer Brücke mit 0:1. In einer über weite Strecken zähen Partie entschied der eingewechselte Thierry Tazemeta die Begegnung kurz nach der Halbzeit. Der VfL steigerte sich nach dem Rückstand offensiv, konnte die zweite Niederlage vor der Länderspielpause aber nicht mehr verhindern.
Nach dem 0:2 beim VfL Wolfsburg in der Vorwoche hatte VfL-Trainer Timo Schultz seine Startelf auf einer Position verändert. Tom Flach rückte für Münst in die Anfangsformation. Die Gäste aus Kaiserslautern reisten nach einer 0:3-Heimniederlage gegen Hertha BSC nach Osnabrück und wollten mit einem Sieg den Anschluss an die Aufstiegsplätze halten.
Beck vergibt frühe VfL-Führung
Kaiserslautern übernahm in der Anfangsphase die Spielkontrolle, fand gegen die kompakt stehenden Osnabrücker aber kaum Lösungen. Die Lila-Weißen zogen sich weit zurück, attackierten meist erst ab der Mittellinie und lauerten auf schnelle Gegenangriffe.
Die erste große Gelegenheit gehörte dennoch dem VfL. Nach einem Ballverlust der Gäste schaltete Niklas Wiemann schnell um und setzte Adrian Beck in Szene. Der offensive Mittelfeldspieler kam halbrechts im Strafraum aus sieben Metern zum Abschluss, scheiterte jedoch an FCK-Torhüter Julian Krahl (9. Spielminute).
Auch in der Folge blieb Osnabrück bei seiner abwartenden Spielweise. Daniel Kofi Kyereh schoss nach einer Ablage von Meißner aus rund 16 Metern links am Tor vorbei (17.). Wenig später sorgte ein Konter über Meißner für Gefahr, doch Kaiserslauterns Rasmussen klärte vor dem einschussbereiten Konrad Faber (23.).
Die Pfälzer hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, machten daraus aber wenig. Viele Angriffe endeten bereits vor dem Strafraum, dazu kamen Ungenauigkeiten im Passspiel. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs wurden die Gäste etwas zielstrebiger. Naatan Skyttä scheiterte zunächst mit einem Schlenzer an VfL-Keeper Krumrey (35.), ehe er eine abgefälschte Hereingabe von Paul Joly aus rund zwölf Metern über das Tor setzte (37.).
So ging es nach einer insgesamt ereignisarmen ersten Hälfte torlos in die Kabinen. Der VfL hatte defensiv wenig zugelassen, offensiv aber ebenfalls nur vereinzelt Akzente gesetzt.
Kaiserslauterns Joker Tazemeta trifft kurz nach der Pause
Der zweite Durchgang begann deutlich lebhafter. Unmittelbar nach Wiederanpfiff hatte Kaiserslautern die bis dahin beste Gelegenheit der Gäste, als Joly nach einem Zuspiel von Skyttä frei vor Krumrey auftauchte. Der Osnabrücker Schlussmann verkürzte geschickt den Winkel und blockte den Abschluss (46.).
Nur zwei Minuten später war der VfL an der Reihe. Flach eroberte an der Mittellinie den Ball, trieb ihn nach vorne und bediente Kyereh. Dessen strammen Schuss aus rund 15 Metern parierte Krahl (48.).
In der 55. Spielminute fiel schließlich der entscheidende Treffer. Kaiserslautern nutzte einen der seltenen Momente, in denen die Osnabrücker weiter aufgerückt waren, zu einem schnellen Gegenangriff. Skyttä setzte Joly auf der rechten Seite ein, dessen flache Hereingabe Thierry Tazemeta am ersten Pfosten erreichte. Den ersten Versuch des zur Halbzeit eingewechselten Angreifers konnte Krumrey noch abwehren, beim Nachschuss war er jedoch machtlos. Kaiserslautern führte mit 1:0.
Für Tazemeta, der erst zur Pause für Ivan Prtajin gekommen war, war es ein Einstand nach Maß. Der VfL musste dagegen seine bis dahin zurückhaltende Spielweise aufgeben.
VfL drängt auf den Ausgleich, Krahl hält die Führung fest
Nach dem Rückstand wurden die Osnabrücker mutiger. In der 62. Minute kombinierten sich Meißner und Kyereh in Richtung Strafraum. Meißners Abschluss wurde geblockt, der Ball landete bei Jonathan Gomez. Dessen Flanke erreichte Beck, der aus rund sechs Metern links vorbeiköpfte.
Auf der Gegenseite blieb Tazemeta gefährlich. Nach einer Hereingabe von Simon Asta kam der Angreifer am ersten Pfosten zum Abschluss, scheiterte aus kurzer Distanz aber an Krumrey (64.).
Schultz reagierte mit mehreren Wechseln und brachte unter anderem Ismail Badjie, Bernd Riesselmann und Patrick Kammerbauer. Die Gastgeber suchten nun häufiger den Weg nach vorne, ohne allerdings eine längere Druckphase entwickeln zu können.
Die nächste gute Gelegenheit hatte Meißner in der 69. Minute. Nach einem Zuspiel von Beck drang er halbrechts in den Strafraum ein und wollte zunächst auf Riesselmann querlegen. Alex Murphy verhinderte das Zuspiel mit einer Grätsche. Meißner kam erneut an den Ball, scheiterte aus spitzem Winkel aber an Krahl.
Auch in der Schlussphase blieb Osnabrück bemüht. In der 79. Minute tauchte Badjie nach einem vertikalen Zuspiel links im Strafraum auf und zog aus spitzem Winkel ab. Krahl parierte erneut, den Nachschuss von Beck blockte Fabian Kunze.
Kaiserslautern konzentrierte sich zunehmend auf die Defensive und brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. In der Nachspielzeit versuchte es Badjie noch einmal mit einem Schuss von der linken Seite, doch auch diesen Abschluss hielt Krahl sicher (90.+1).
Damit stand die 0:1-Niederlage fest. Der VfL hatte sich nach dem Rückstand zwar gesteigert und mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich herausgespielt, war vor dem Tor aber nicht konsequent genug. Kaiserslautern reichte dagegen ein Treffer, um trotz einer über weite Strecken wenig überzeugenden Offensivleistung alle drei Punkte mitzunehmen.
Nach der Länderspielpause wartet der Karlsruher SC
Für den VfL Osnabrück geht es nach zwei Niederlagen in Serie nun in die letzte Länderspielpause des Jahres. Nach dem 0:2 in Wolfsburg blieb die Mannschaft von Timo Schultz damit auch im zweiten Spiel gegen einen Aufstiegsanwärter ohne eigenen Treffer.
Weiter geht es für die Lila-Weißen am Sonntag, 22. November, um 13:30 Uhr beim Karlsruher SC. Das Auswärtsspiel ist zugleich der Auftakt in die nächste Zweitliga-Phase nach der Länderspielpause.
Eine Woche später steht bereits das nächste Heimspiel an: Am Samstag, 28. November, empfängt der VfL Hannover 96 an der Bremer Brücke. Anstoß ist um 20:30 Uhr.