130 Meter hohes Gebäude in Hohenhameln kontrolliert zum Einsturz gebracht
In Hohenhameln-Mehrum (Landkreis Peine) ist am Samstagvormittag eines der letzten großen Gebäude des ehemaligen Steinkohlekraftwerks Mehrum gesprengt worden. Das 130 Meter hohe Kesselhaus, das einst das Zentrum der Anlage bildete, fiel gegen 11 Uhr kontrolliert in sich zusammen, wie der NDR berichtet. Das Gebäude war in Europa einzigartig und diente früher der Verbrennung von Kohle nach deren Mahlung und Trocknung. Für die Sprengung war eine größere Sicherheitszone eingerichtet worden, mehrere Straßen wurden gesperrt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Abriss aus sicherer Entfernung, wie die Kreiszeitung mitteilt.
Letzter großer Kamin soll 2025 fallen
Der Rückbau des Kraftwerks ist mit der Sprengung des Kesselhauses noch nicht abgeschlossen. Auf dem Gelände steht noch der 250 Meter hohe Kamin, der nach Angaben des Betreibers Anfang des kommenden Jahres gesprengt werden soll. Im vergangenen Jahr war bereits ein 130 Meter hoher Kühlturm mit 150 Kilogramm Sprengstoff zum Einsturz gebracht worden. Im Oktober 2024 folgten zwei jeweils 70 Meter hohe Asche-Silos. Bis 2027 soll das gesamte Kohlekraftwerk vollständig abgerissen sein.
Mehrum-Kraftwerk endet nach 62 Jahren Betrieb
Das Steinkohlekraftwerk Mehrum wurde ab 1962 erbaut und ging 1965 in Betrieb. Block 3 lieferte ab 1979 Energie. Während der Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg wurde die Anlage im August 2022 als erstes von 14 Steinkohlekraftwerken aus der Reserve reaktiviert. Am 28. März 2024 ging sie nach 20 Monaten Reservebetrieb endgültig vom Netz. Auf dem Gelände soll ein neues Gaskraftwerk entstehen, wie sowohl der NDR als auch die Kreiszeitung berichten.
Sprengung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen
Für die Sprengung am Samstag waren umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Neben Dauersperrungen für Straßen und Feldwege galt im gesamten Absperrbereich ein striktes Flugverbot für private Drohnen. Die Freigabe des Areals erfolgte erst nach der Kontrolle durch den Sprengmeister. Die Sprengung markiert einen weiteren Schritt im Rückbau der Anlage und im Wandel der Energieversorgung in Niedersachsen.