Vor dem bundesweiten Aktionstag der IG Metall am Montag verlangt VDA-Präsidentin Hildegard Müller von Gewerkschaften und Beschäftigten größere Veränderungsbereitschaft. Wer sich der Erkenntnis verweigere, „verleugnet die Realität“, schreibt sie in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“.
Warnung vor Status quo und Wettbewerbsnachteilen
Die Beschäftigten wollen am Montag gegen Sparpläne und mögliche Verlagerungen von Arbeitsplätzen protestieren. Müller warnt dagegen vor einem Festhalten am Status quo und betont, der internationale Wettbewerb erfordere Veränderungen von allen.
Produktion in Deutschland sei "kein Naturgesetz", die Auslastung von Werken "kein Selbstläufer", so die VDA-Chefin.
Arbeitskosten und Arbeitszeiten im Vergleich
Als zentrale Wettbewerbsnachteile nennt Müller die hohen Arbeitskosten und die kürzeren Arbeitszeiten in Deutschland. Eine Arbeitsstunde kostet in der deutschen Autoindustrie fast 65 Euro, in Tschechien 24 und in Polen 18 Euro.
In Deutschland werden durchschnittlich 1.300 Stunden im Jahr gearbeitet, in Tschechien 1.800 und in Mexiko mehr als 2.000 Stunden.