Sechste Angriffsnacht in Folge: Iran meldet Tote und Vergeltungsschläge
In der sechsten Nacht in Folge hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen. Nach Angaben iranischer Staatsmedien wie Press TV und Irib wurden dabei Brücken in der südiranischen Provinz Hormosgan sowie der Flughafen von Iranschahr getroffen. Mindestens sieben Menschen seien bei den Angriffen getötet worden, berichteten die regierungsnahen Sender. Die US-Streitkräfte bestätigten die Angriffe und sprachen von gezielten Schlägen gegen militärische Infrastruktur, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung, wie das Regionalkommando CENTCOM auf X mitteilte. Ziel sei es gewesen, die militärischen Fähigkeiten Irans zu schwächen, die zur Bedrohung von Handelsschiffen in der Straße von Hormus genutzt würden.
Iranische Infrastruktur unter Beschuss
Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, dass unter anderem die Kahurestan- und die Gariveh-Brücke in der Region Hormusgan getroffen worden seien. Diese Brücken verbinden wichtige Verkehrsachsen, darunter die Route zwischen der Hafenstadt Bandar Abbas und dem Landesinneren. Der Flughafen in Iranschahr sei ebenfalls betroffen, die Stromversorgung dort unterbrochen, so Irib. Zudem stürzte ein Kontrollturm im Hafen Tschahbahar ein, der als wichtige Handelsverbindung für Afghanistan gilt, wie die Nachrichtenagentur Irna bestätigte.
Der Iran reagierte umgehend mit Vergeltungsschlägen
Der Iran reagierte umgehend mit Vergeltungsschlägen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim griff die iranische Armee US-Hubschrauber und Aufklärungsflugzeuge auf dem Stützpunkt Sakhir in Bahrain mit Drohnen an. In Kuwait wurde ein Kraftwerk mit angeschlossener Meerwasser-Entsalzungsanlage angegriffen, wie das dortige Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien mitteilte. Brände und Schäden an Stromerzeugungseinheiten seien die Folge gewesen. Auch Jordanien meldete iranischen Beschuss, bei dem drei Raketen abgefangen wurden.
Trump droht mit Angriffen auf zivile Ziele
US-Präsident Donald Trump betonte unterdessen, der Iran sei zu einem Friedensabkommen bereit, ohne jedoch konkrete Details zu nennen. Zugleich drohte er in einem Interview mit Fox News mit weiteren Angriffen auf zivile Infrastruktur, falls der Iran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehre. Der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte hingegen, der Iran befinde sich in einem existenziellen Krieg gegen die USA und sehe keine Verpflichtung, sich an frühere Absichtserklärungen zu halten.
Konflikt um Straße von Hormus eskaliert weiter
Die Eskalation ist Teil des anhaltenden Konflikts um die Straße von Hormus, die für den globalen Öl- und Gashandel von zentraler Bedeutung ist. Seit April blockiert das US-Militär iranische Häfen in der Region, nachdem eine zweimonatige Waffenruhe gescheitert war. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die Spannungen zu verschärfen. Während die USA betonen, militärische Ziele zu treffen, wirft der Iran Washington vor, gezielt zivile Infrastruktur anzugreifen.
