Der Betriebsrat des Energiekonzerns Uniper stellt sich gegen einen möglichen Verkauf des Unternehmens an einen strategischen Investor. Gesamtbetriebsratschef Martin Geilhorn signalisiert dagegen Unterstützung für einen Börsengang und warnt das Bundesfinanzministerium vor einer Aufgabe der Unabhängigkeit des Konzerns.
Betriebsrat warnt vor Verkauf an strategische Investoren
Martin Geilhorn, Gesamtbetriebsratschef von Uniper, kündigt Widerstand des Gremiums gegen einen möglichen Verkauf des Gaskonzerns an einen strategischen Investor an. Er sagte dem „Handelsblatt“, die Arbeitnehmerseite habe gegenüber dem Bundesfinanzministerium, das den Verkauf durchführen lässt, seine Position schriftlich mitgeteilt. Mit Blick auf den Börsengang (Initial Public Offering, kurz IPO) sagte er: „Ein IPO wird von uns positiv begleitet.“ Er sprach jedoch eine Warnung aus: „Sollten die Verantwortlichen im Ministerium jedoch die Unabhängigkeit von Uniper opfern und an einen strategischen Investor verkaufen wollen, stößt das auf unseren vehementen Widerstand.“ (Quelle jeweils: „Handelsblatt“)
„Feindlicher Akt gegen die Interessen der Beschäftigten“
In Richtung möglicher Käufer schob Geilhorn nach: „Jedem potenziellen Erwerber sagen wir klipp und klar: Wir erachten dies als feindlichen Akt gegen die Interessen der Beschäftigten.“ Uniper sei strategisch wichtig für Deutschland. „Wir erwarten, dass das Finanzministerium nicht erneut einen fatalen Fehler wie bei der Commerzbank wiederholt. Wir werden uns vehement wehren.“ (Quelle: „Handelsblatt“)
Interesse von Vattenfall und Equinor
Das „Handelsblatt“ hatte am Dienstag berichtet, dass zahlreiche strategische Bieter in den Verkaufsprozess für den Gaskonzern einsteigen. So hat der schwedische Konzern Vattenfall dem „Handelsblatt“ sein Interesse an den Beteiligungen von Uniper an Atom- und Wasserkraftwerken in Schweden bestätigt. Ebenso prüft der norwegische Gasproduzent Equinor nach Informationen des „Handelsblatts“ ein Angebot.
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