Die geplanten Umweltspuren auf der Iburger Straße in Osnabrück werden nicht umgesetzt. Eine rechtliche Prüfung der Stadtverwaltung hat ergeben, dass die Einrichtung solcher Spuren wegen negativer Auswirkungen auf Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss nicht möglich ist.
Ratsbeschluss aus dem Juli 2025 nicht umsetzbar
Der Rat der Stadt hatte im Juli 2025 beschlossen, auf der bislang vierspurigen Bundesstraße zwei Fahrspuren für Busse und Radfahrer umzuwidmen. Die aktuelle Prüfung kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass ein solcher Eingriff erhebliche Probleme verursachen würde. Bei täglich rund 18.000 bis 20.000 Fahrzeugen wäre mit Rückstaus, Ausweichverkehr in angrenzende Wohngebiete sowie Risiken für die Verkehrssicherheit zu rechnen. Zudem erfüllt die Iburger Straße als Bundesstraße eine wichtige regionale Verbindungsfunktion und dient auch als Bedarfsumleitung für die Autobahn.
CDU und BOB sehen ihre Kritik bestätigt
Sowohl die CDU-Ratsfraktion als auch der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) sehen sich durch die Entscheidung in ihrer bisherigen Kritik bestätigt. Die CDU wirft der Mehrheitsgruppe aus Grünen, SPD und Volt vor, eine Verkehrspolitik zu verfolgen, die an den tatsächlichen Verkehrsströmen vorbeigehe. Fraktionsvorsitzender Marius Keite erklärte, die Verwaltung bestätige nun Hinweise, die seine Fraktion von Beginn an geäußert habe: Eine künstliche Verengung einer zentralen Verkehrsachse führe zwangsläufig zu Staus, Ausweichverkehr und Problemen für den Wirtschaftsverkehr.
Auch der Bund Osnabrücker Bürger verweist darauf, bereits seit Jahren vor den Folgen einer Reduzierung der Leistungsfähigkeit wichtiger Hauptverkehrsstraßen gewarnt zu haben. Der Verkehrsplaner der Wählergemeinschaft, Reimer Thiessen, hatte schon 2016 darauf hingewiesen, dass eine Verkehrspolitik, die den Autoverkehr grundsätzlich zurückdränge, in einer Stadt wie Osnabrück zu erheblichen Problemen führen könne. Hauptverkehrsachsen wie die Iburger Straße seien für Pendler, Handwerksbetriebe, Lieferverkehr und Rettungsdienste von zentraler Bedeutung.
Kämmerling verweist auf Iburger Straße als Entlastungsroute für A30
Der BOB betont zugleich, dass eine Förderung des Radverkehrs grundsätzlich sinnvoll sei. Diese solle jedoch durch eigene Radwege oder Fahrradschnellverbindungen erfolgen und nicht durch die Verengung stark belasteter Hauptstraßen. Aus Sicht der CDU macht die Debatte zudem strukturelle Probleme im regionalen Verkehrsnetz deutlich. Die Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Verena Kämmerling verweist darauf, dass die Iburger Straße auch als Entlastungsroute für die A30 fungiere. Eine dauerhafte Lösung könne deshalb erst mit dem Lückenschluss der geplanten A33 Nord erreicht werden.
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