Die Präsidentin der transatlantischen Denkfabrik German Marshall Fund (GMF), Alexandra de Hoop Scheffer, wirft Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Umgang mit Russland mangelnde Abstimmung mit den europäischen Partnern vor. Kurz vor der Münchner Sicherheitskonferenz kritisiert sie, Frankreich schade mit eigenen Initiativen der angestrebten Geschlossenheit Europas gegenüber Moskau.
Kritik an Macrons Russland-Politik
Die Präsidentin des German Marshall Fund, Alexandra de Hoop Scheffer, hat in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) scharfe Kritik am französischen Präsidenten Emmanuel Macron geübt. „Die Kontakte Frankreichs zu Moskau sind diplomatisches Theater“, sagte sie dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe).
Macron habe nach ihren Worten selbst eingeräumt, dass Russland keine echte Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit der Ukraine zeige. Trotzdem habe der französische Präsident jüngst einen europäischen Dialog mit Russland gefordert und seinen Sicherheitsberater für Gespräche nach Moskau entsandt. „Das ist Show, kein Fortschritt“, so de Hoop Scheffer im „Handelsblatt“.
Warnung vor europäischer Zersplitterung
De Hoop Scheffer bewertet solche französischen Initiativen als problematisch, insbesondere kurz vor der Münchner Sicherheitskonferenz, auf der Europa Geschlossenheit demonstrieren wolle. „Frankreich agiert als selbsternannter europäischer Gesprächspartner, anstatt zuerst eine einheitliche Position zu erarbeiten. Das führt genau zu der Zersplitterung, die Moskau ausnutzt“, sagte sie dem „Handelsblatt“.
Europa müsse nach Einschätzung der GMF-Präsidentin „die Disziplin aufbringen“, im Verhältnis zu Russland mit einer Stimme zu sprechen. „Derzeit gibt es diese Einheit nicht“, kritisierte de Hoop Scheffer im „Handelsblatt“.
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