Die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser in Deutschland ist angespannt: Laut einem neuen Konjunkturbarometer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) bewerten knapp drei Viertel der Kliniken ihre Situation als eher unbefriedigend. Besonders große Häuser und Kliniken in ländlichen Regionen sehen zudem eine weitere Verschlechterung in den nächsten Monaten. Die DKG warnt vor einer strukturellen Gefährdung der Krankenhausversorgung.
Große Kliniken besonders pessimistisch
74 Prozent der Kliniken beurteilen ihre derzeitige wirtschaftliche Lage als eher unbefriedigend, in größeren Häusern ab 600 Betten sind es sogar 95 Prozent. Das geht aus dem ersten Konjunkturbarometer für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hervor, über das die „Rheinische Post“ (Samstagausgabe) berichtet.
Auch die Erwartungen sind trüb: In den nächsten sechs Monaten erwarten 59 Prozent der Häuser, dass sich ihre wirtschaftliche Lage eher verschlechtern wird. In ländlichen Regionen sind es bis zu 79 Prozent.
Liquidität reicht oft nur für wenige Wochen
Nur neun Prozent der Krankenhäuser erklärten, sie könnten ihre durchschnittlichen Betriebsausgaben unbegrenzt aus vorhandenen liquiden Mitteln decken. In den übrigen Häusern reiche die Liquidität im Mittel für sechs Wochen aus, um die laufenden Betriebsausgaben zu finanzieren, hieß es.
Gerald Gaß, DKG-Chef, sagte der Zeitung, die Liquidität vieler Häuser reiche heute kaum noch für wenige Wochen. Er stellte ernsthaft die Frage, wie manche Kliniken Ende des Jahres beispielsweise Weihnachtsgeld bezahlen sollten. Eine solche Liquiditätsreserve von wenigen Wochen ermögliche kein normales Wirtschaften mehr.
Warnung vor struktureller Gefährdung
Besonders alarmierend sei, dass diese Befragung entstanden sei, noch bevor das volle Ausmaß der Sparpläne der Bundesregierung wirklich voll bewusst wurde, sagte er der „Rheinischen Post“. Die Befragung wurde vom 17.04. bis zum 22.04.2026 durchgeführt. „Es geht um die nackte wirtschaftliche Existenz vieler Kliniken“, mahnte Gaß die Bundesregierung gegenüber der „Rheinischen Post“. Wer jetzt nicht handele, riskiere eine strukturelle Gefährdung der Krankenhausversorgung in Deutschland.
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