Die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Aydan Özoguz (SPD), hat die zurückliegende Fußball-Weltmeisterschaft scharf kritisiert und tiefgreifende Änderungen für kommende Turniere gefordert. Während sie sportlich einen verdienten Titelträger sieht, bemängelt sie insbesondere politische Begleitumstände, kommerzielle Entscheidungen und die Rolle von US-Präsident Donald Trump sowie Fifa-Präsident Gianni Infantino.
„Sehr fragwürdig“ aus sportpolitischer Sicht
Die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Aydan Özoguz (SPD), würdigte im Gespräch mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe) zunächst die sportliche Seite des Turniers. „Diese Fußball-WM hat aus sportlicher Sicht mit Spanien einen verdienten Sieger gefunden“, sagte die SPD-Politikerin dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe). „Die Fans haben die Straßen der Spielorte zu Festmeilen gemacht. Der Fußball übt noch immer weltweit Faszination aus“, so Özoguz.
Zugleich zog sie ein deutlich kritisches sportpolitisches Fazit. „Aus sportpolitischer Sicht allerdings war die WM sehr fragwürdig. Die Two-Man-Show von Trump und Infantino hat dem Sport geschadet“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe).
Kritik an politischen und organisatorischen Entscheidungen
Özoguz verwies gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe) auf mehrere Vorfälle während des Turniers. Während der WM hätten die USA den Iran bombardiert und die Spieler zunächst nicht einmal am Spielort übernachten lassen, so Özoguz weiter. Es sei mit der Einreiseverweigerung für einen Schiedsrichter und für Fans weitergegangen, habe einen traurigen Höhepunkt in dem „absurden Theater um die Rücknahme einer roten Karte“ gefunden und sei mit einem US-Präsidenten geendet, der erst nach wiederholter Aufforderung das Siegerpodest verlassen habe.
Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino wurde von Özoguz deutlich kritisiert. Infantino wiederum habe sehr deutlich werden lassen, dass ihm die Einnahmen wichtiger gewesen seien als die Spiele selbst, sagte die SPD-Politikerin dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe). Dafür seien sogar Trinkpausen und eine uferlose Halbzeitpause in Kauf genommen worden.
Forderungen für kommende Turniere
Mit Blick auf künftige Weltmeisterschaften mahnte Özoguz im „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe) Veränderungen an. „Veränderungen muss es immer geben, die Qualität des Sports sollte aber nicht darunter leiden – im Gegenteil“, so Özoguz. „Trump und Infantino, Brüder im Geiste bei Macht und Show, haben der WM leider einen Stempel aufgedrückt, den die Fans mit Pfiffen und Buhrufen quittierten – zu Recht.“
Für die Zukunft müsse der Kern des Turniers klar definiert bleiben. In Bezug auf die Zukunft sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe), der Fußball müsse das Hauptgeschehen bleiben. „Showeinlagen – meinetwegen, aber bitte nicht mitten im Spiel. Auf zusätzliche Werbe(trink)pausen können wir verzichten“, so die SPD-Politikerin. „Und die Ticketpreise müssen wieder erschwinglich werden. Fußball war nie nur ein Elitensport, und das sollte so bleiben.“
Mit Blick auf die Ausrichter der WM 2030 sagte Özoguz dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe): Spanien, Portugal und Marokko könnten 2030 zeigten, dass man es besser machen könne, so Özoguz. „Aber sie werden die schwere Aufgabe haben, die Fifa und ihren Präsidenten bremsen zu müssen.“