Angesichts hoher Spritpreise dringt der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, auf die Einführung einer Übergewinnsteuer. Die Mehreinnahmen sollen nach seinem Vorschlag unter anderem für eine Erhöhung der Pendlerpauschale sowie für direkte Entlastungszahlungen an Bürger eingesetzt werden.
Forderung nach Übergewinnsteuer und schneller Entlastung
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, hat angesichts der hohen Spritpreise auf die Einführung einer sogenannten Übergewinnsteuer gepocht und eine Direktzahlung als Entlastung etwa für Geringverdiener gefordert. „Die Einführung einer Übergewinnsteuer ist aus meiner Sicht zwingend“, sagte Roloff der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Die Steuer könne nach seinen Worten für eine Erhöhung der Pendlerpauschale genutzt werden. „Allerdings brauchen die Menschen schneller Entlastung als erst bei der nächsten Steuererklärung“, sagte Roloff.
Direktzahlungen und Appell an die Union
Der SPD-Politiker forderte die Union dazu auf, den Weg für eine Direktzahlung an Bürger als Entlastung freizumachen. „Eine direkte Auszahlung an Menschen mit geringen Einkommen und andere Gruppen, denen die hohen Preise besonders zu schaffen machen, sollte nun ernsthaft erwogen werden. Dazu braucht es jetzt eine klare Positionierung der Union“, sagte Roloff der „Rheinischen Post“.
Kritik an Mineralöl-Konzernen und Ruf nach Marktentflechtung
Roloff bewertete die bisherigen Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise als nicht ausreichend. „Die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise seien gut, reichten aber nicht aus. Die Konzerne werden die Preise absehbar nicht senken und der Iran-Krieg wird voraussichtlich noch einige Wochen andauern“, so der Wirtschaftspolitiker gegenüber der „Rheinischen Post“.
Zugleich zeigte er sich offen für weitergehende Eingriffe in den Markt. „Das Problem der hohen Abhängigkeit von wenigen Mineralöl-Unternehmen bleibt aber bestehen. Ich bin dafür, den Markt zu entflechten“, sagte Roloff. „Denn aktuell bieten Konzerne von der Rohölgewinnung, über die Treibstoffherstellung bis zur Tankstelle de facto alles aus einer Hand an und können so den Preis bestimmen und massiv aus der Iran-Krise profitieren“, kritisierte der SPD-Politiker in der „Rheinischen Post“.
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