Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat das im Koalitionsausschuss vereinbarte Steuerreformpaket als unzureichend kritisiert. SoVD-Chefin Michaela Engelmeier bemängelte insbesondere fehlende Schritte zu mehr Steuergerechtigkeit und sprach von einem „Reförmchen“. Auch beim Kampf gegen Steuerhinterziehung und beim Umgang mit großen Vermögen sieht der Verband erhebliche Defizite.
SoVD spricht von „Reförmchen“
SoVD-Chefin Michaela Engelmeier kritisierte in der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe) das vom Koalitionsausschuss geeinte Steuerreformpaket. Mit Blick auf Steuergerechtigkeit sei das allenfalls ein „Reförmchen“, sagte Engelmeier der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).
Es gebe weder den Ansatz einer Reform der Erbschaftsteuer noch die Wiedereinführung der Vermögensteuer, so Engelmeier. Superreiche generierten ihre Einkünfte aber auch aus Erbschaften und Kapitalerträgen. Sehr große Vermögen würden weiterhin von dieser Bundesregierung größtenteils verschont.
Kritik an fehlenden Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung
Enttäuschend sei zudem, dass das Thema Steuerhinterziehung nicht angepackt werde. Nach Schätzungen liege der jährliche Schaden hier zwischen 50 und 200 Milliarden Euro. Auch ein konsequentes Schließen von Steuerschlupflöchern würde zusätzlich die Staatsfinanzen und damit die Bürger entlasten, sagte Engelmeier der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).
Geplante Änderungen bei der Einkommensteuer
Eine Reform der Einkommensteuer soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Profitieren sollen dabei vor allem kleine und mittlere Einkommensgruppen.
