Am Donnerstagabend (16. April) versammelten sich laut VfL Osnabrück rund 700 Fans auf der Nordtribüne der Bremer Brücke. Im Mittelpunkt stand nicht die aufstiegsversprechende sportliche Leistung, sondern ein anderes Herzensthema vieler Fans und Anwohnerinnen und Anwohnern: Der Umbau der Bremer Brücke.
Interessierte, Anwohner und Fans werden einbezogen
Jan Jansen, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft, betont zu Beginn der Veranstaltung: „Uns ist es wichtig alle Interessierten und Betroffenen des Umbaus auf dem Weg mitzunehmen.“ Auf der Website, die für den Umbau der Bremer Brücke erstellt wurde, gibt es daher aktuelle Visualisierungen, Q&As und einen Newsletter zum Abonnieren.
Nils Dethlefs von ppp architekten + generalplaner leitet die Anwesenden durch die Präsentation auf den großen Stadionleinwänden. „Wir waren Anfang der Saison und unserer Planung beim Spiel gegen Saarbrücken an der Bremer Brücke. Nicht nur das Banner der Fans mit der Aufschrift „Mythos Bremer Brücke erhalten“ hat uns verdeutlicht, wie wichtig in unserem Bauprozess die Seele des Stadions und die Fans sind. Deshalb freuen wir uns sehr über erste positive Rückmeldungen. Wir geben alles, den Mythos Bremer Brücke mit dem Umbau zu erhalten!“

Auf der Stadionleinwand werden die Anwesenden durch das neue Stadion geführt. / Foto: Hannah Meiners
Baustart weiter ungewiss
Erneuert werden drei Tribünen: Die Ost, Süd und West. Die Nordkurve bleibt, denn sie wurde erst 2008 neu gebaut. Verständlich erklärt Dethlefs den Planungsbeginn, die ersten Überlegungen und Begrenzungen durch Bauvorschriften des Bebauungsplans von 1969 und den Vorgaben des DFB. „Wir haben schnell gemerkt: Es ist wenig Platz!“, fasst er zusammen. Aktuell befindet sich das Team von ppp architekten + generalplaner in der Kostenaufstellung, der Plan ist bereits konkret. Auch aufgrund der ausstehenden Rückmeldung aus dem Auswahlverfahren des Förderprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS)“ gibt es derzeit noch keine Informationen, wann das Vergabeverfahren für einen Generalunternehmer und die Bautätigkeiten starten können.
So groß wird die neue Bremer Brücke
Die Anwesenden werden per Präsentation einmal durch das neue Stadion geführt. In 2D und 3D Zeichnungen zeigt sich der Stadionentwurf – manchmal etwas verwirrend manchmal täuschend echt. Nach aktuellem Stand werden in Zukunft 17.219 Fans an der Bremer Brücke Platz finden. Der Anteil der Stehplätze bleibt mit 58 Prozent im Verhältnis gleich. Die bekannte Pylonen-Konstruktion des Stadions, wie sie jeder Osnabrücker und Gästefans aus ganz Deutschland kennen, soll weiterhin erkennbar sein und auch die legendären Flutlichter sollen – stand jetzt – erhalten bleiben. Außerdem bleibt Omas Ecke weiterhin unbebaut. Insgesamt wird das Stadion an der Bremer Brücke größer, höher und moderner.
So soll die Bremer Brücke nach dem Umbau aus der Vogelperspektive aussehen. / Foto: ppp architekten + generalplaner/raum+
Das ändert sich auf der Haupttribüne
Die Südtribüne wird höher sein als die anderen Tribünen und einen vergrößerten VIP-Bereich bieten. Ganz oben wird außerdem Platz für Infrastruktur der Sicherheit und Technik sein.

So wird der Blick auf die höchste Tribüne nach dem Umbau – die Süd – aussehen. / Foto: ppp architekten + generalplaner/raum+
So werden die Ecken aussehen
Für die markanten 60-Grad-Ecken des Stadions brauchte es eine besondere Lösung, damit alle Besucherinnen und Besucher gut sehen können. In zwei Ecken wird es „Brücken an der Brücke“ geben – einen Oberrang mit Stehplätzen. Darunter entstehen barrierefreie Plätze. Insgesamt wird die Bremer Brücke inklusiver: Rolli-Fahrer werden nach dem Umbau des Stadions ihre Tribüne wählen können. Insgesamt 86 Plätze werden auf alle vier Tribünen verteilt werden – auch einige im Gästebereich.
Ein Blick auf die neue West: Die linke Ecke mit Brücke an der Brücke und rechts Omas Ecke, die unbebaut bleibt. / Foto: ppp architekten + generalplaner/raum+
Nach Abschluss der Umbauarbeiten wird der Zugang für Spieler und Schiedsrichter zwischen Nord und West sein, denn auch die Umkleiden und Räumlichkeiten für Schiedsrichter werden unter die Westtribüne verlegt. Neben dem Spielertunnel wird auch die neue Kindertribüne entstehen.
Die Ost wird größer mit durchgängigem Tribünenbild
Der Zugang der Ostkurve wird mit den alten Kassenhäuschen, dem klassischen Schild „Kampfbahn Bremer Brücke“ und den großen Buchstaben V, F und L an den jetzigen Eingang erinnern. Auf Fanwunsch werden aber die Mundlöcher verschwinden, sodass eine durchgängiges Tribünenbild entsteht. Diese wird sich in Zukunft von oben füllen. Für 7.300 Fans wird es Stehplätze in der Ostkurve geben, die jedoch alle 2.500 Plätze in Sektoren getrennt werden müssen. Hierfür gibt es noch keine konkrete Planung, wie die Sektoren aufgeteilt sein werden. Der Affenfelsen wird auch ohne Mundloch durchgängiger mit der Ost erscheinen und der Zugang wird nicht mehr über die Nord, sondern über die Ost erfolgen.
Die Ost wird größer und die Mundlöcher verschwinden mit dem Umbau der Bremer Brücke. / Foto: ppp architekten + generalplaner/raum+
Viele Fragen von Mitgliedern und Dauerkartenbesitzern
Im Anschluss an die Präsentation des Bauvorhabens übernimmt zunächst Dr. Michael Welling, Geschäftsführer des VfL Osnabrück, das Wort. „Wir wissen, welche Fragen unsere Fans besonders umtreiben. Doch es gibt auf viele dieser Fragen einfach noch keine Antwort“, sagt er. Zum jetzigen Standpunkt gibt es noch keine Antworten auf den Baubeginn, den Ablauf des Umbaus oder das Ticketing.
Wird es ein Ausweichstadion während des Umbaus geben?
Es muss ein Ausweichstadion benannt werden, für den Fall der Fälle. Doch Welling sagt deutlich: „Wir wollen möglichst den Spielbetrieb an der Bremer Brücke aufrechterhalten. Ob das möglich und finanziell sinnvoll ist, wird sich aber erst noch zeigen.“ Im Falle eines sequenziellen Umbaus könnte die Bremer Brücke weiterhin bespielt werden, dann würde der Umbau allerdings längere Zeit beanspruchen. In diesem Falle würde aus baulichen Gründen mit der Westkurve begonnen, darauf folgen Südtribüne und die Ostkurve bildet den Schluss.
Was passiert mit den Dauerkarten in der Umbauzeit?
Auch hierauf hat Welling noch keine präzise Antwort, nur hypothetische Szenarien im Kopf. Man merkt: Die Fanzufriedenheit wird mitgedacht. Welling verspricht: „Die Dauerkarten-Inhaberinnen und -Inhaber werden während der gesamten Umbauzeit einen Platz haben – wo und wie, das wird sich zeigen.“ Eines weiß er hingegen gar nicht zu beantworten. Ein Anwesender stellt die Frage: Was passiert, wenn die Ost abgerissen wird? – Wellings klare Antwort: „Keine Ahnung.“
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