Hagel, Sturmböen und Stromausfälle: Heftige Gewitter hinterlassen Spuren.
Eine heftige Gewitterfront hat am Freitagvormittag über der West- und Nordwestschweiz schwere Schäden angerichtet. Besonders betroffen waren die Kantone Zürich, Aargau und Solothurn, wie der Schweizer Rundfunk (SRF) berichtet. In Zürich wurden mehr als 40 Personen durch große Hagelkörner verletzt, darunter auch Kinder. Im Kanton Solothurn wurde eine 42-jährige Frau von einem umstürzenden Baum schwer verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Kantonspolizei verzeichnete allein in Solothurn rund 290 Meldungen wegen Wassereinbrüchen und Windschäden, wobei die Feuerwehren in rund 180 Fällen zu Wasserschäden in Gebäuden ausrücken mussten.
Hagel verwüstet Zürich mit Millionen-Schaden
In Zürich gingen innerhalb einer halben Stunde über 300 Feuerwehr- und 150 Sanitätsnotrufe ein, vor allem wegen Platzwunden und Verletzungen durch Stürze. An einer Schule in Neftenbach wurden rund 40 Personen, meist Kinder, durch Hagel verletzt, mehrere mussten stationär behandelt werden. Hagelkörner in der Größe von Tischtennisbällen zerstörten Dachfenster und Heckscheiben von Fahrzeugen, wie die Stadtpolizei mitteilte. Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich rechnet mit über 2000 Schadenmeldungen und einer Schadenssumme von etwa 30 Millionen Franken.
Sturm reißt Strommasten um und blockiert Autobahnen
Im Kanton Aargau knickten starke Sturmböen mehrere Betonmasten einer Hochspannungsleitung um, was zu einem größeren Stromausfall führte. In Birrhard stürzten zwei Masten auf ein Gewerbegebäude und eine Sporthalle, die erheblich beschädigt wurden. Auf der Autobahn A1 kippte ein Lastwagen auf einen Lieferwagen, wobei die Fahrer unverletzt blieben. Im Kanton Schaffhausen wurden Windböen von bis zu 142 Kilometern pro Stunde gemessen, die zahlreiche Bäume umstürzen ließen und Gebäude sowie Fahrzeuge beschädigten.
Sturmchaos am Flughafen Zürich mit 11.200 Betroffenen
Auch am Flughafen Zürich kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen: Bis zum späten Nachmittag wurden 85 An- und Abflüge gestrichen, wodurch rund 11.200 Passagiere betroffen waren, wie die Fluggesellschaft Swiss mitteilte. In den Kantonen Thurgau und St. Gallen gab es ebenfalls zahlreiche umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste, jedoch keine Verletzten. Die Kantonspolizei Thurgau registrierte zudem ein Dutzend Meldungen wegen führerloser Boote auf dem Bodensee.