Hinter dem Cyberangriff auf die Berliner Landesverwaltung steht offenbar die Ransomware-Gruppierung Rhysida. Die Erpresser fordern 30 Bitcoin und drohen mit der Veröffentlichung von bis zu sechs Terabyte gestohlener Daten. Berlin hatte laut Countdown noch eine Woche Zeit zur Zahlung.
Drohung mit sensiblen Daten
Laut Darknet-Eintrag der Gruppe seien weitaus mehr Daten abgeflossen, als Berlin zunächst einräumte. Sollten sich die Behauptungen bewahrheiten, handele es sich um äußerst sensible Informationen. Dazu zählten demnach Daten aus knapp 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren, über 46.500 Verträge sowie Unterlagen zu kritischer Infrastruktur, Justizdokumente, Notfallpläne, Passwörter und rund 6.000 Dateien mit Login-Daten.
Als Beleg zeigten die Hacker Ausrisse aus Dokumenten mit Überschriften wie "Vertrauliche Personalsache" sowie Briefköpfen des Bundesrats und der Senatsverwaltung für Mobilität. Die Authentizität der Dokumente und die Angaben der Täter ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Hintergrund der Gruppierung
Die Gruppe Rhysida ist seit Jahren aktiv. Bekannt wurde sie unter anderem durch einen Angriff auf die British Library im Herbst 2023, bei dem die Systeme der Bibliothek verschlüsselt wurden. Auch die deutsche Welthungerhilfe und die Stadtverwaltung Stuttgart waren bereits Ziele der Erpresser.
Der "Spiegel" hatte zuerst unter Berufung auf die Leak-Seite der Gruppe über die Urheberschaft berichtet. Beteiligte Sicherheitskreise bestätigten auf Anfrage des Magazins die Zurechnung zu Rhysida.