Ein Handschlag schrieb vor 378 Jahren in Osnabrück Geschichte – und wird im August erneut zum Anlass für einen Tag rund um den Westfälischen Frieden. Am Sonntag, 9. August, erinnert die Stadt mit dem „Osnabrücker Handschlag 2026“ an den entscheidenden Durchbruch bei den Friedensverhandlungen von 1648. Zwischen 11:30 und 18:30 Uhr erwartet Besucherinnen und Besucher ein kostenloses Programm mit Gottesdienst, Schauspiel, Führungen, Escape Room und einer Lesung mit Schauspieler und Hörbuchsprecher Rufus Beck. Das Motto: Miteinander feiern.
Ein Handschlag besiegelt den Frieden
Nach mehr als 30 Jahren Krieg gelang am 6. August 1648 in Osnabrück der Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Schweden. Der so genannte Osnabrücker Handschlag besiegelte symbolisch den ausgehandelten Frieden. Die Verträge wurden gemeinsam mit dem zwischen Kaiser und Frankreich geschlossenen Frieden am 24. Oktober 1648 in Münster unterzeichnet. Einen Tag später wurde der Friedensschluss von der Treppe des Osnabrücker Rathauses verkündet.
An diese Geschichte knüpft der „Osnabrücker Handschlag“ an. Das Veranstaltungsformat entstand im Umfeld des Jubiläums „375 Jahre Westfälischer Frieden“ im Jahr 2023 und soll nach den kulturpolitischen Planungen der Stadt langfristig etabliert werden.
Von St. Marien zum Dom
Das Programm beginnt um 11:30 Uhr mit einem Outdoor-Escape-Room zum Westfälischen Frieden, der bis 16:30 Uhr gespielt werden kann. Um 12:00 Uhr startet in der Marienkirche ein halbstündiger Wandelgottesdienst mit Regionalbischof Friedrich Selter, Domkapitular Thilo Wilhelm und Pastor Torsten Both. Für die musikalische Begleitung sorgt der Posaunenchor St. Marien unter Leitung von Michiko Sugizaki. Anschließend zieht um 12:30 Uhr eine Prozession zum Dom.
Aufstellen fürs obligatorische Pressefoto – kurz darauf kam ein kurzer Regenschauer, der am 9. August hoffentlich ausbleibt. / Foto: Dominik Lapp
Ab 13:30 Uhr öffnet das Kirchencafé im Mariengarten. Dr. Susanne Tauss bietet um 13:30 und 14:45 Uhr Führungen am historischen Stadtmodell an. Im Chorumgang der Marienkirche ist außerdem die Ausstellung „Miteinander leben“ zu sehen, die sich mit Reformation und Konfession im Osnabrücker Land zwischen 1500 und 1700 beschäftigt.
Geschichte wird im Friedenssaal lebendig
Auch das Rathaus wird zum Schauplatz. Die Osnabrücker Stadtspieler bringen um 13:15, 14:15 und 15:15 Uhr ein szenisches Schauspiel im Friedenssaal auf die Bühne.
Das Diözesanmuseum beteiligt sich ebenfalls und gewährt an diesem Tag freien Eintritt. Um 13:45 und 15:30 Uhr führt Dr. Hermann Queckenstedt durch die Stadt und zu den einstigen Quartieren der Gesandten. Parallel dazu bietet Friederike-Andrea Dorner im Museum Themenführungen zum Westfälischen Frieden an.
Rufus Beck beschließt den Tag
Den Schlusspunkt setzt ab 17:00 Uhr Rufus Beck. Der Schauspieler, der einem großen Publikum insbesondere als Sprecher der deutschen „Harry Potter“-Hörbücher bekannt ist, gestaltet in der Marienkirche bei freiem Eintritt eine Lesung. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter eröffnet den Programmpunkt, Einlass ist ab 16:30 Uhr.
Der gesamte „Osnabrücker Handschlag 2026“ ist kostenlos. Organisiert wird die Veranstaltung in Kooperation des Projektbüros Kultur der Stadt mit dem Bistum Osnabrück, der Gemeinde St. Marien, Domschatzkammer und Diözesanmuseum, dem Literaturbüro Westniedersachsen, dem Landschaftsverband Osnabrücker Land sowie der Universität Osnabrück.
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