Der Fahrgastverband Pro Bahn verlangt eine überjährige Finanzierung der Bahn, um Sanierungen effizienter zu gestalten. Bundesvorsitzender Lukas Iffländer kritisiert die aktuelle Praxis, Mittel nur für zwölf Monate zuzuweisen. Für 2027 sind 11,5 Milliarden Euro für den Netzerhalt vorgesehen.
Kritik an jährlicher Budgetierung
"Der Minister muss eine gesetzlich verankerte Mittelzusage über das Haushaltsjahr hinweg durchsetzen", sagte Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender von Pro Bahn, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Entscheidend sei nicht die Höhe der Mittel, sondern die Begrenzung auf ein Jahr.
"Sanierungen, Fahrzeugbeschaffungen und Vergaben laufen über Jahre, zugeteilt wird das Geld für zwölf Monate." Das führe dazu, dass Bauprogramme zum Jahresende gestreckt und Verträge unnötig klein zugeschnitten würden, was die Kosten in die Höhe treibe.
Forderungen zu Korridorsanierungen
Auch für eine Neubewertung der viel diskutierten Korridorsanierungen sprach sich Iffländer aus. Es brauche genügend Vorlauf, um Ersatzverkehr, Fahrzeuge und Personal verlässlich zu organisieren. Zudem müssten die Umleitungsstrecken ertüchtigt und elektrifiziert werden. Ein spürbarer Gegenwert sei ebenfalls wichtig: "Fünf Monate Vollsperrung sind zu rechtfertigen, wenn die Strecke danach ETCS und ein digitales Stellwerk hat."
Finanzielle Mittel und Transparenz
Für den Erhalt des Netzes stehen 2027 über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung des Bundes rund 11,5 Milliarden Euro bereit, nach 16,3 Milliarden in diesem Jahr.
Die genauen Kriterien der Korridorsanierungen müsse das Ministerium veröffentlichen, bevor die Bahn im Herbst ihr überarbeitetes Konzept vorlegt.