Der Osnabrücker Stadtrat hat am 21. April den Weg für die mögliche Neugestaltung des sogenannten Remarque-Quartiers freigemacht. Mit großer Mehrheit beschlossen die Ratsmitglieder, vorbereitende Untersuchungen für das Gebiet in der nordöstlichen Innenstadt einzuleiten. Damit ist zwar noch keine konkrete Baumaßnahme beschlossen – die Stadt legt jedoch den Grundstein für eine umfassende städtebauliche Entwicklung.
90.000 Euro für erste Planungen des Remarque-Quartier
Für die Untersuchungen und ein sogenanntes integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) stellt die Stadt rund 90.000 Euro bereit. Diese Vorarbeiten sind Voraussetzung, um Fördermittel aus dem Programm „Lebendige Zentren“ von Bund und Land zu beantragen. Ziel ist es, das Quartier langfristig aufzuwerten und neu zu strukturieren.
Gebiet zwischen Hase, Altstadt-Bahnhof und Berliner Platz
Das Untersuchungsgebiet umfasst rund 16,8 Hektar und erstreckt sich vom Herrenteichswall entlang der Hase bis hin zum Berliner Platz und zur Bahntrasse. Die Lage gilt als zentral – gleichzeitig sehen Verwaltung und Politik hier erheblichen Handlungsbedarf.
Gebiet, das die Verwaltung als „Remarquequartier“ bezeichnet / Kartenausschnitt aus Vorlage RIS, Stadt Osnabrück
Viele Probleme mit viel Potenzial
Nach Einschätzung der Stadt weist das Quartier zahlreiche städtebauliche Defizite auf. Dazu zählen unter anderem: Nutzungskonflikte zwischen Wohnen und Gewerbe, starke Lärmbelastung durch Straße und Schiene, große versiegelte Flächen und Brachgrundstücke und unattraktive oder untergenutzte Grünräume.
Im Bereich des Remarquequartier befinden sich viele historische Orte, die durch aktuelle städtebauliche Defizite untergehen. Dazu zählen der Haarmannsbrunnen, der Nonnenpfad, die Pernickelmühle, der Herrenteichswall, der Berliner Platz, das Signal-Iduna-Hochhasu und die Hase. Die Stadt sieht hier großes Entwicklungspotenzial – vor allem durch die Nähe zur Innenstadt und die Lage an der Hase.
Zukunft der Herz-Jesu-Kirche im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der denkmalgeschützten, derzeit ungenutzten Herz-Jesu-Kirche. Für sie gibt es Überlegungen, dort ein Probenzentrum für die städtischen Bühnen einzurichten. Damit könnte das Gebäude eine neue zentrale Rolle im Quartier einnehmen.
Entscheidung über Förderantrag folgt
Mit dem aktuellen Beschluss startet zunächst nur die Analysephase. In den kommenden Monaten sollen Daten erhoben, Probleme genauer untersucht und Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Auch die Öffentlichkeit soll dabei beteiligt werden.
Erst auf dieser Grundlage entscheidet der Rat zu einem späteren Zeitpunkt, ob ein konkretes Sanierungsgebiet ausgewiesen und ein Förderantrag gestellt wird. Ziel der Stadt ist es, 2027 Mittel beim Land Niedersachsen zu beantragen.
Mehr Nachrichten aus der Region?
➡️ Alle aktuellen Artikel zu Osnabrück - Innenstadt finden Sie hier.