Daniel Thioune ist neuer Cheftrainer des SV Werder Bremen. Der frühere Coach des VfL Osnabrück übernimmt beim Bundesligisten die Nachfolge von Horst Steffen und erfüllt sich damit erstmals den Traum von einem Trainerposten in der Bundesliga. Das gab Bremens Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz am Mittwoch bekannt. Thioune leitete bereits am Nachmittag seine erste Trainingseinheit.
Weg über Osnabrück in den Profifußball
Thioune prägte über mehrere Jahre die sportliche Entwicklung beim VfL Osnabrück. Nach Stationen im Nachwuchs übernahm er im Oktober 2017 die Profimannschaft zunächst interimistisch, später dauerhaft. Mit dem VfL gewann er 2019 die Meisterschaft in der 3. Liga und führte den Klub zurück in die 2. Bundesliga, in der ein Jahr später der Klassenerhalt gelang. Der Verein sprach beim Abgang im Sommer 2020 von einer „Ära“, die Thioune geprägt habe.
Über den Hamburger SV und Fortuna Düsseldorf entwickelte sich Thioune anschließend zu einem der profiliertesten Trainer der 2. Bundesliga. In Hamburg startete er stark in die Saison 2020/21, wurde jedoch kurz vor Saisonende freigestellt. In Düsseldorf stabilisierte er die Mannschaft nach dem Abstiegskampf, führte sie in der Saison 2022/23 auf Rang vier und verpasste auch ein Jahr später den Aufstieg nur denkbar knapp in der Relegation. Im Oktober 2025 wurde er dort freigestellt und war seitdem vereinslos.
Erstes Bundesligakapitel beginnt
Mit dem Engagement bei SV Werder Bremen steigt Thioune nun erstmals als Cheftrainer in die Bundesliga auf. „Ich bin Niedersachse, gebürtiger Osnabrücker. Werder Bremen ist ein Aushängeschild der Region“, sagte der 51-Jährige im vereinseigenen Interview. Die Vorfreude auf die neue Aufgabe sei „riesig“. Mit Spieler Felix Agu und Christian Groß, zuletzt Co-Trainer, trifft Thioune zudem auf zwei alte Bekannte aus Osnabrücker Zeiten. Auch Geschäftsführer Clemens Fritz betonte: „Wir hatten sehr gute Gespräche mit Daniel. Seine Idee vom Fußball, seine Art und seine Herangehensweise an unsere aktuelle sportliche Situation waren ausschlaggebend für die Entscheidung.“
Thioune folgt in Bremen auf Horst Steffen und übernimmt eine Mannschaft, die zuletzt ergebnistechnisch unter Druck stand. Bereits am Samstag steht für Werder das nächste Bundesligaspiel an.
Wiedersehen alter Weggefährten im Norden
Eine besondere Note erhält der Schritt auch mit Blick auf den Norden: Trainer des Werder-Rivalen Hamburger SV ist Merlin Polzin. Polzin arbeitete einst als Co-Trainer unter Thioune beim VfL Osnabrück, gemeinsam feierte man sportliche Erfolge, ehe sich ihre Wege trennten. Nun treffen beide in Zukunft wohl erstmals als Cheftrainer auf Bundesliga-Ebene aufeinander.