Die neu gewählte FDP-Präsidiumsmitfrau Nadin Zaya hat sich in der Debatte um eine Brandmauer zur AfD klar von einer Äußerung von Parteichef Wolfgang Kubicki distanziert. Zugleich widerspricht sie der Deutung, die jüngste Wahlentscheidung in der FDP sei eine Richtungsentscheidung nach rechts. Im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ betont Zaya, sie kenne sehr wohl eine Brandmauer und halte Abstimmungen mit Stimmen der AfD für tabu.
Zaya widerspricht Kubicki in Brandmauer-Debatte
Das neu gewählte FDP-Präsidiumsmitglied Nadin Zaya hat der Linie von Parteichef Wolfgang Kubicki in der Brandmauer-Debatte widersprochen. Auf die Frage, ob Kubickis Aussage „Ich kenne keine Brandmauer“ die neue Linie der gesamten FDP sei, sagte Zaya dem „Tagesspiegel“: Nein, das sei sie nicht. Sie zum Beispiel kenne eine Brandmauer. Die Diskussion über dieses Thema sei in der FDP noch nicht beendet.
Für sie sei es tabu, einen Antrag mit den Stimmen der AfD durchzubringen, sagte Zaya dem „Tagesspiegel“. Damit gebe man dieser Partei einen Hebel, mit demokratischen Mehrheiten zu spielen. Diesen Hebel dürfe sie ihrer Meinung nach nicht haben, denn sie werde ihn garantiert undemokratisch nutzen.
Keine Richtungsentscheidung nach rechts
In der Wahlentscheidung vom Wochenende will Zaya laut „Tagesspiegel“ keine Richtungsentscheidung sehen. Die Wahl von Wolfgang Kubicki bedeute nicht, dass die FDP nach rechts rücke, sagte sie dem Blatt.
Zur Rivalität von Kubicki und Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte Zaya dem „Tagesspiegel“, sie könne sich gut vorstellen, dass die beiden sich am Ende sogar mögen. Die Beziehung zwischen den beiden sei immer sehr humorvoll. Sie würden in einer Art und Weise miteinander kommunizieren, die so nur zwischen genau diesen beiden funktioniere.
Kritik an Kubickis Äußerung zu Strack-Zimmermann-Anhängern
Nach seiner Wahl hatte Kubicki den „Tagesthemen“ gesagt, er wolle die Anhänger von Strack-Zimmermann „gar nicht“ für sich gewinnen. Dazu sagte Zaya dem „Tagesspiegel“, das wäre ein nachhaltiger Fehler und sie könne sich nur vorstellen, dass das eine Reaktion aus der Hitze des Parteitages heraus gewesen sei.
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