Russischer Angriff auf Munitionslager löst Explosionen und Großbrand aus
Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Munitionslager im Bezirk Butscha nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind mindestens 37 Menschen getötet worden. Wie der Gouverneur der Region, Tymur Tkatschenko, auf Telegram mitteilte, wurden zudem 42 weitere Personen verletzt. Die Opferzahl könnte noch steigen, da mehr als 380 Menschen aus dem betroffenen Gebiet evakuiert werden mussten. Über 300 Rettungskräfte waren im Einsatz, um die Folgen des Angriffs zu bewältigen. Wie die Tagesschau berichtet, brach nach dem Angriff ein Großbrand aus, der sich auf Wohnhäuser und ein Restaurant ausbreitete. Mindestens 50 Gebäude wurden beschädigt.
Munitionslagerung in Wohngebieten führt zu Strafverfahren
Da sich das Munitionsdepot in einem Wohngebiet befand, leitete die Staatsanwaltschaft Strafverfahren wegen „dienstlicher Fahrlässigkeit“ ein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf Telegram erhebliche Schäden an der Infrastruktur, darunter Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim. Er verwies darauf, dass Munition nicht in der Nähe von Wohngebieten gelagert werden dürfe. Die Hauptverbindungsstraße von Kiew Richtung Westen musste für Lösch- und Rettungsarbeiten auf mehreren Kilometern gesperrt werden. Erst am Samstagmittag konnte der Verkehr auf der zweispurigen Schnellstraße wieder einspurig freigegeben werden, wie die Polizei mitteilte. Die Zeit berichtet, dass der Angriff in dem Dorf Myla stattfand und durch eine Drohne ausgelöst wurde.
Ukraine meldet Tote und Verletzte nach russischen Angriffen
Selenskyj betonte, dass fast 400 Menschen in Sicherheit gebracht wurden. Auch im Süden der Ukraine gab es russische Angriffe. Im Gebiet Odessa wurde dabei mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt, wie der Gouverneur Oleh Kiper mitteilte. Zudem brannten mehrere Getreidetransporter. Die PZ-News bestätigt, dass die ukrainische Regierung bereits ähnliche Vorfälle wie den aktuellen kritisiert hatte. So war Anfang Juli bei einer Explosion eines Munitionsdepots in Wyschnewe am Stadtrand von Kiew mindestens neun Menschen ums Leben gekommen.
Ukraine greift Ziele in Russland an – Verletzte und Schäden
Regierungschef Serhij Korezkyj bezeichnete die wiederholten Vorfälle als „kriminelle Fahrlässigkeit“. Gleichzeitig griffen ukrainische Streitkräfte Ziele in Russland an. Im Gebiet Rostow wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mindestens sieben Menschen bei Luftangriffen verletzt, darunter zwei Kinder. In der Hafenstadt Rostow am Don wurden zwei Wohnblöcke durch herabstürzende Drohnentrümmer beschädigt. Auch auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim kam es zu ukrainischen Angriffen, bei denen mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt wurden, wie der von Moskau eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew mitteilte.