Grüne Oase auf dem Marktplatz, Kunst im Eichenstamm und Strom aus Muskelkraft: Die Osnabrücker Kulturnacht hat am vergangenen Wochenende mit mehr als 100 Beteiligten und über 60 Veranstaltungsorten neue Wege beschritten. Unter dem Motto „nature. culture. future.“ standen Kunst, Musik, Natur und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Erstmals führte das kostenlose Shuttleangebot auch über die Stadtgrenzen hinaus.
Marktplatz wird zur grünen Oase
Als größte kulturelle Veranstaltung des Jahres in Osnabrück lockte die Kulturnacht am Freitag und Samstag (28./29. August) Tausende Besucherinnen und Besucher in die Altstadt und erstmals auch in den Landkreis. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter hatte bereits bei der Programmvorstellung die Erweiterung über die Stadtgrenzen hinaus begrüßt.
Im Zentrum des Geschehens stand aber der Marktplatz. Rund 350 Quadratmeter Grünfläche verwandelten den Platz in eine grüne Oase. Dazu kamen Musik und Gastronomie. Eine Laserinstallation setzte die Fassade des historischen Rathauses zu späterer Stunde in Szene. Wer zwischendurch Ruhe suchte, konnte sich in einen ausgehöhlten Pappelstamm des Osnabrücker Künstlers Volker-Johannes Trieb zurückziehen.
Die Band Surplus Stock spielte ihren Nachhaltigkeitssong auf dem Marktplatz. Die benötigte Energie musste per Pedal-Power mit eigener Muskelkraft erzeugt werden. / Foto: Dominik Lapp
Publikum erzeugt Strom mit Muskelkraft
Die Band Surplus Stock präsentierte am Samstag auf dem Marktplatz einen eigens komponierten Nachhaltigkeitssong. Die dafür benötigte Energie kam dabei nicht einfach aus der Steckdose: Mit Pedal-Power erzeugten Menschen aus dem Publikum den Strom selbst.
Im Anschluss wurde die Abschlussveranstaltung des Stadtradelns mit den entsprechenden Auszeichnungen gefeiert. Für Musik sorgten die DJs Henosis und Arne Bense.
Im Theater Osnabrück lud das Symphonieorchester unter der Leitung von Christopher Lichtenstein zu einem Mitmachkonzert ein, bei dem auch junge Musikerinnen und Musiker der städtischen Musik- und Kunstschule mitwirkten.
Christopher Lichtenstein dirigierte und moderierte ein Mitmach-Konzert im Theater Osnabrück.
/ Foto: Dominik Lapp
Kostenlose Shuttlebusse bis nach Bramsche und Kalkriese
Eine wichtige Neuerung war das kostenlose Shuttleangebot. Auf drei Routen konnten Besucherinnen und Besucher am Freitag zahlreiche Veranstaltungsorte über die Stadtgrenzen hinaus erreichen. Zu den Zielen gehörten unter anderem das Tuchmachermuseum Bramsche, das Varusschlacht-Museum Kalkriese und das Museum Villa Stahmer in Georgsmarienhütte.
In Osnabrück wurden unter anderem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, das Museum Industriekultur und das Museum am Schölerberg angefahren. Bei der DBU konnten Besucher die Ausstellungen „Mission Aqua“ und „Die Aquanautinnen“ entdecken.
Kunst-Installation von Volker-Johannes Trieb vor dem Dom. / Foto: Dominik Lapp
Vier Tonnen schwere Eiche vor dem Dom
Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler nahmen das Kulturnacht-Motto „nature. culture. future.“ auf. Die Künstlergruppe G13 präsentierte auf dem Platz des Westfälischen Friedens eine große Installation zu den 13 Grünen Fingern Osnabrücks.
Vor dem Dom sorgte unterdessen ein vier Tonnen schwerer Eichenstamm von Volker-Johannes Trieb für Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit einem Container sowie Wald- und Naturbepflanzung wurde das Kunstwerk dort präsentiert. Am Samstagabend kam eine Klang- und Lichtinszenierung von Leo Haarmann hinzu.
Kunst-Installation „Die 13 Grünen Finger“ im Innenhof der Stadtbibliothek. / Foto: Dominik Lapp
Open Stage auf dem Fritz-Wolf-Platz und Musical im Haus der Jugend
Auf dem Fritz-Wolf-Platz wurde die Kulturnacht zum Experimentierfeld. Bei einer Open Stage erhielten die Mitwirkenden jeweils zwölf Minuten für Auftritte aus Musik, Tanz, Slam und Comedy. Im Haus der Jugend zeigte zudem das Musical-Amateurprojekt unter der Leitung von Anna-Lena Handt Ausschnitte aus seiner neuen Musicalproduktion „Come from Away“, die am 19. September Premiere feiert.
Dass das umfangreiche Programm erneut kostenlos angeboten werden konnte, war auch finanzieller Unterstützung zu verdanken. Die Dieter-Fuchs-Stiftung und die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung förderten die Kulturnacht jeweils mit 35.000 Euro.
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