Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident warnt vor einer Rückkehr des Nationalismus und sieht darin eine globale Gefahr. In einem Interview mit dem Magazin "Focus" kritisiert Winfried Kretschmann (Grüne) zudem die politische Kultur im Landtag und in den sozialen Netzwerken, die sich seiner Ansicht nach dramatisch verändert hat.
Kretschmann warnt vor Nationalismus
Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat vor den Folgen von Nationalismus gewarnt. „Der Nationalismus kehrt nicht nur im Osten oder der Bundesrepublik zurück, sondern weltweit“, sagte er dem „Focus“. „Ich halte ihn übrigens für das gefährlichste Gift der politischen Moderne“, so Kretschmann, der nach 15 Jahren das Amt in Stuttgart demnächst an seinen Parteifreund Cem Özdemir übergibt.
Man müsse sich „nur die Entstehung des Ersten Weltkriegs anschauen“, sagte er weiter dem „Focus“. „Die jüngste Blaupause wurde der Brexit. Für Europa ein furchtbarer Einschnitt, der bis heute vielfach unterschätzt wird.“
Veränderung der politischen Kultur
Ein „Kollateralschaden der AfD“ sei zugleich, „dass vom Landtag bis in die sozialen Netzwerke hinein heute ein destruktiver Dauerton dominiert“, so Kretschmann im „Focus“. „In der Vergangenheit bestand zwischen den demokratischen Parteien in den zentralen politischen Fragen ein großer Konsens. Und Opposition machte auch konstruktive Gegenvorschläge“, sagte der Grünen-Politiker dem Magazin. Das habe sich dramatisch verändert.
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