Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat beim Tag der Industrie in Berlin einen grundlegend veränderten Umgang mit China gefordert und der Bundesregierung mehr Selbstbewusstsein in der Handelspolitik abverlangt. Zugleich kritisierte er die Entscheidung der US-Regierung, Ausländern den Zugang zu führenden KI-Modellen zu verwehren, und verlangte stärkere Anstrengungen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur und der KI-Forschung in Europa.
„Viel zu lange naiv hinterhergelaufen“
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) drängt auf einen anderen Umgang mit China. „Wir sind da viel zu lange naiv hinterhergelaufen“, sagte er am Montag beim Tag der Industrie in Berlin laut dts Nachrichtenagentur. Er sei dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) dankbar, „dass es dazu auch eine Positionierung gebe“.
„Ich glaube, jetzt geht es auch darum, mit China eng zusammenzuarbeiten“, so der Minister weiter. „Aber das sollte uns nicht davon abhalten, selbstbewusst auch im Umgang mit China zu sein.“ Wenn man die „unfairen Handelspraktiken“ sehe, die in China immer mehr erweitert würden, dann brauche man „dringend einen anderen Umgang“ und müsse „auch klarer sein in den Maßnahmen gegenüber der Volksrepublik“, sagte Klingbeil nach Angaben der dts Nachrichtenagentur.
Kritik an US-Entscheidung zu KI-Modellen
Kritisch äußerte sich der SPD-Chef auch zur Entscheidung der US-Regierung, Ausländern den Zugang zu den besten KI-Modellen von Anthropic zu verwehren. Das sei eine Entscheidung, die „noch gar nicht ausreichend genug diskutiert wird“, sagte Klingbeil laut dts Nachrichtenagentur.
Der Minister forderte deshalb Konsequenzen mit Blick auf den Aufbau der digitalen Infrastruktur und die KI-Forschung in Europa.
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