Künstliche Intelligenz ist längst ein wichtiger Bestandteil der technischen Infrastruktur der HASEPOST. Bei der Entwicklung und Weiterentwicklung unseres Programmcodes können und wollen auch wir nicht auf die besten international verfügbaren Angebote verzichten.
Sobald es jedoch um redaktionelle Inhalte, Leserfragen oder Kommentare geht, gelten bei uns andere Regeln: Diese Aufgaben werden grundsätzlich durch lokale KI in unseren Osnabrücker Redaktionsräumen verarbeitet. Nur wenn unsere eigenen Systeme nicht erreichbar oder durch zu viele parallele Aufgaben ausgelastet sind, kommt als Ausweichlösung ein europäischer Anbieter zum Einsatz – unsere europäische ‚Fallback-Lösung‘.
Die besten Werkzeuge für den Code und die Entwicklung
Die technische Weiterentwicklung einer modernen Nachrichtenplattform ist ohne leistungsfähige KI-Werkzeuge kaum noch denkbar. Das gilt auch für die HASEPOST. Beim Schreiben, Prüfen und Optimieren unseres Programmcodes, bei der Entwicklung neuer technischer Funktionen und gelegentlich auch bei der Erstellung grafischer Inhalte greifen wir deshalb auf die besten international verfügbaren Angebote zurück.
Dabei setzen wir vor allem auf KI-Angebote von OpenAI, Anthropic, Google und xAI. Diese Systeme unterstützen uns bei der Fehlersuche, der Überprüfung von Programmcode und der Umsetzung neuer Funktionen. Auf diese leistungsfähigen Werkzeuge zu verzichten, würde die technische Weiterentwicklung der HASEPOST unnötig verlangsamen.
Local first, Europe second! Unsere Regeln für KI-Inhalte
Eine klare Grenze ziehen wir dort, wo künstliche Intelligenz unmittelbar mit redaktionellen Inhalten oder Beiträgen unserer Leser arbeitet. Das betrifft etwa den Import von Informationen, die Optimierung und Aufbereitung von Texten sowie neue interaktive Funktionen auf der HASEPOST.
Zu diesen Angeboten gehört unsere neue Funktion „Fragen zu diesem Artikel“. Sie ermöglicht es Lesern, gezielte Fragen zu einem veröffentlichten Beitrag zu stellen und Antworten auf Grundlage des jeweiligen Artikelinhalts zu erhalten.
Auch bei der derzeit im Testbetrieb befindlichen neuen Kommentarfunktion kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz. Dort unterstützt sie unter anderem das Monitoring eingehender Kommentare und hilft dabei, möglicherweise rechtswidrige, beleidigende oder anderweitig problematische Inhalte frühzeitig zu erkennen. Und wichtig: Die Informationen zum Leser (IP-Adresse, E-Mail etc.) werden dabei immer getrennt von der KI-Bearbeitung gehalten – egal ob lokal oder bei unserem europäischen Partner Mistral.
Mehrere Mac mini arbeiten in der Osnabrücker Redaktion
Für diese Aufgaben setzt die HASEPOST vollständig auf lokale KI-Systeme. Die erforderlichen Sprachmodelle laufen inzwischen auf mehreren Mac mini direkt in unseren Redaktionsräumen in Osnabrück. Die Inhalte werden damit dort verarbeitet, wo sie entstehen und redaktionell verantwortet werden.
Selbstverständlich kennzeichnen wir alle mit KI erstellten oder modifizierten Inhalte – und das bereits seit Jahren freiwillig. Seit Juni 2026 nehmen wir zudem die ab August dieses Jahres geltenden Vorgaben des KI-Verhaltenskodexes der Europäischen Union vorweg – ebenfalls freiwillig.
Glasfaser der Stadtwerke Osnabrück macht es möglich
Diese über einen schnellen Glasfaseranschluss der Stadtwerke Osnabrück angebundene lokale Infrastruktur wird kontinuierlich erweitert. Sie ermöglicht es uns, moderne KI-Funktionen anzubieten, ohne die betreffenden Inhalte routinemäßig an außereuropäische Cloudanbieter übertragen zu müssen.
„Apple Silicon, also die schnellen Prozessoren vergleichsweise preisgünstiger Apple Macintosh, versetzt uns in die Lage, auch lokal alle notwendigen KI-Aufgaben zu erledigen“, erläutert HASEPOST-Herausgeber Heiko Pohlmann.
Gleichzeitig können auch mehrere lokale Rechner an ihre Grenzen gelangen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn einzelne Systeme vorübergehend nicht erreichbar sind oder zu viele Aufgaben gleichzeitig bearbeitet werden müssen.
Mistral AI dient als europäische Ausweichlösung
„Für solche Fälle haben wir eine klar begrenzte Ausweichlösung vorgesehen. Ist eine lokale Verarbeitung in Osnabrück zeitweise nicht möglich, greifen wir ausschließlich auf den französischen KI-Anbieter Mistral AI zurück“, so Pohlmann.
Die für die HASEPOST relevante Fallback-Infrastruktur befindet sich hauptsächlich bei Eclairion in der Nähe von Paris. Hinzu kommt ein derzeit im Aufbau befindliches Rechenzentrum in Schweden. Auch bei einer aus technischen Gründen notwendigen Auslagerung der Verarbeitung bleibt die eingesetzte Infrastruktur damit innerhalb Europas.
Europäische Infrastruktur ist Teil des HASEPOST-Konzepts
„Damit setzen wir einen Anspruch fort, den wir bereits bei der Auswahl unserer technischen Partner und beim Design unserer gesamten Infrastruktur verfolgen: Wo immer es möglich und sinnvoll ist, setzt die HASEPOST auf europäische, besser noch ‚lokale‘ Lösungen.
Auch unser Hosting haben wir ausschließlich auf Servern mit verteilten Standorten in Deutschland und Finnland realisiert. Wichtige Netzwerkdienstleistungen werden über einen Anbieter aus Slowenien bereitgestellt. Mit der lokalen KI-Infrastruktur in Osnabrück und der europäischen Ausweichlösung über Mistral AI führen wir dieses Konzept nun auch bei der Verarbeitung redaktioneller Inhalte konsequent fort“, erklärt Pohlmann.
Gegen eine kleine Gebühr gibt es die HASEPOST auch nahezu werbefrei
Datenschutz beginnt für die HASEPOST nicht erst bei einer Erklärung auf der Website oder beim häufig als störend empfundenen Cookie-Banner. Er beginnt bereits bei der Auswahl der eingesetzten Technik, der beteiligten Unternehmen und der Standorte, an denen Daten verarbeitet werden.
Dazu zählt auch die Auswahl der eingesetzten Werbevermarkter. Die beiden für die HASEPOST wichtigsten Anbieter stammen ebenfalls aus Deutschland, konkret aus Düsseldorf und München. Von einem in den USA ansässigen Vermarkter hat sich die HASEPOST im vergangenen Frühjahr ganz bewusst getrennt, weil die von uns geforderten Standards nicht eingehalten werden konnten, ein letzter internationaler Vermarktungsvertrag läuft in diesem Jahr aus und wird durch einen europäischen Anbieter ersetzt. Was das für den Nutzer bedeutet: Weniger nervige Werbung, mehr lokale und relevante Angebote.
Zusätzlich besteht seit dem Frühjahr über den Partner Contentpass die Möglichkeit, die HASEPOST gegen eine geringe Gebühr nahezu werbefrei zu nutzen.
Und was ist mit dem Journalismus, wenn KI in der Redaktion Einzug hält?
„KI ist kein Selbstzweck“, betont der HASEPOST-Herausgeber. „Aber nur durch den konsequenten Einsatz automatisierter Systeme ist es möglich, unserer Redaktion den Rücken für die tatsächlich journalistische Arbeit freizuhalten. Wettermeldungen in Artikel zu übertragen, Kommentare zu sichten und auf mögliche Beleidigungen zu prüfen oder mühsam relevante Stichwörter zu ermitteln, die dazu beitragen, einen Artikel auch bei Google gut sichtbar zu machen – das sind wirklich keine Aufgaben, um die sich heute noch ein Mensch kümmern sollte.“
