Claudia Eckert, Innovationsberaterin von Bundeskanzler Friedrich Merz, verlangt klare Vorgaben für Hochschulen in sensiblen Technologiefeldern. Auslöser sind aktuelle Enthüllungen zu China-Kooperationen deutscher Forschungseinrichtungen.
Kontrollen und Handlungsleitlinien gefordert
"Wir müssen für manche Kooperationen stärkere Kontrollen durchführen", sagte die Präsidentin der Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) dem "Handelsblatt".
Es könne nicht dem Lehrstuhlinhaber überlassen bleiben, ein eigenes Regelwerk zu entwickeln. Vielmehr seien ausdifferenzierte Handlungsleitlinien der Universitäten nötig – besonders an Technischen Universitäten und je nach Entwicklungsstand der Forschung.
Eckert betont, höhere Sicherheitsstandards an Forschungseinrichtungen seien zwingend, damit Unternehmen, Start-ups und Wissenschaft künftig stärker im Bereich der Verteidigungstechnologien kooperieren können. Die Freiheit der Forschung und Lehre sei in diesem Zusammenhang ein heikles Thema.
Bisher sei der Professor nur sich selbst und dem Himmel über sich verantwortlich. Das könne in diesen Zeiten nicht mehr das Maß aller Dinge sein, stellte Eckert fest. Eine Möglichkeit sei, über die Vergabe von Fördergeld klare Regeln aufzustellen und vor der Auszahlung zu prüfen. Zudem müsse sich kulturell etwas ändern, damit die Forschungspipeline von der Idee bis zur Produktion funktioniere.