Das Bundeskanzleramt richtet eine neue KI-Taskforce ein, um die zahlreichen Initiativen der Bundesregierung im Bereich Künstliche Intelligenz zu bündeln und besser aufeinander abzustimmen. Ziel ist zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme der laufenden KI-Maßnahmen, die bis Oktober kohärent koordiniert werden soll. Die Federführung übernimmt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), alle Ministerien sollen auf Staatssekretärsebene vertreten sein.
Kanzleramt bündelt KI-Initiativen der Ressorts
Aus einem Einladungsschreiben an die Staatssekretäre mehrerer Ministerien, aus dem das Nachrichtenmagazin „Politico“ zitiert, geht hervor, dass die Taskforce im ersten Schritt eine detaillierte Übersicht über die bisherigen Vorhaben im Bereich Künstliche Intelligenz erarbeiten soll. Eine Auftaktsitzung ist für Donnerstagabend im Bundeskanzleramt geplant. Die Federführung soll demnach das BMDS übernehmen, alle Bundesministerien sollen mit jeweils einem Staatssekretär in der Taskforce vertreten sein. Damit will das Kanzleramt die bislang über verschiedene Ressorts verteilten KI-Initiativen der Bundesregierung stärker bündeln.
„Überragende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz“
In dem Einladungsschreiben heißt es laut „Politico“: „Die technologischen und geopolitischen Entwicklungen der letzten Wochen und Monate haben die überragende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für die Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas hervorgehoben.“ Weiter wird ausgeführt, damit man das gemeinsame Ziel, Deutschland zu einer „KI-Nation“ zu entwickeln, schneller und umfassender erreiche, seien eine zielorientierte Abstimmung, die Bündelung von Ressourcen und eine höhere Effizienz in der Koordinierung der KI-Politik der Bundesregierung wichtige Voraussetzungen.
Arbeitsgruppen und Zeitplan bis zum Digital-Gipfel
Die Auftaktsitzung soll laut einer Tagesordnung, die dem Pro-Newsletter Technologie und KI des Nachrichtenmagazins „Politico“ ebenfalls vorliegt, den Rahmen für die weitere Koordination setzen. Neben einem KI-Lagebild und ressort-spezifischen Bestandsaufnahmen sollen auch KI-Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik behandelt werden. Zudem steht der Stand des Konzepts für ein KI-Sicherheitsinstitut auf der Agenda.
Auf Fachebene sollen fünf Arbeitsgruppen eingerichtet werden: Frontier AI, KI-Sicherheit, KI-Infrastruktur, KI und Gesellschaft sowie KI-Anwendung. Das BMDS ist laut den Unterlagen in allen Arbeitsgruppen vertreten und soll deren Koordinierung übernehmen. Die Arbeitsgruppen sollen bis Ende September Ergebnisse vorlegen, bis Ende August ist ein kurzer Zwischenbericht geplant. Bis zum Digital-Gipfel im November soll eine „stringente KI-Aufstellung innerhalb der Bundesregierung“ geschaffen werden.
