Die Innungskrankenkassen (IKK) fordern umfassende Reformen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sei nur ein erster Schritt, sagte Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Müller am Mittwoch in Berlin. Bis 2027 fehlen den Kassen laut Bundesgesundheitsministerium rund 30 Milliarden Euro.
Finanzlücke und Einsparbedarf
Die Ausgaben der GKV steigen seit Jahren schneller als die Einnahmen. Versicherungsfremde Leistungen werden weiterhin nicht vollständig aus Steuermitteln finanziert. Um die Zusatzbeiträge stabil zu halten, sind im kommenden Jahr Einsparungen von 18,8 Milliarden Euro nötig.
Müller kritisierte, dass besonders kostenintensive Bereiche wie Krankenhäuser und Arzneimittelversorgung nicht ausreichend an den Einsparungen beteiligt würden. "Wer Stabilität will, muss auch dort konsequent gegensteuern, wo die Kosten am stärksten wachsen."
Die Innungskrankenkassen schlagen eine verlässliche Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen, eine breitere Finanzierungsbasis der GKV und eine konsequente Ausgabensteuerung vor.
Hans Peter Wollseifer, ebenfalls Vorstandsvorsitzender des IKK e.V., betonte die Bedeutung von Beitragsgerechtigkeit und die wirtschaftlichen Folgen für Betriebe und Beschäftigte. „Steigende Krankenkassenbeiträge sind nicht nur ein Problem für Versicherte, sondern auch für deren Arbeitgeber und Betriebe.“ Er forderte, dass versicherungsfremde Leistungen vollständig aus Steuermitteln finanziert werden sollten, um die Lohnnebenkosten nicht weiter zu belasten.