Die IG Metall eskaliert den Streit mit dem Volkswagen-Konzern. Bezirksleiter Thorsten Gröger droht mit harten Protesten und sogar regulären Streiks, falls der Vorstand an seinen Plänen für Werksschließungen und Stellenabbau festhält. Betroffen wären die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm sowie bis zu 100.000 Jobs.
Vorwurf der mangelnden Kommunikation
Gröger kritisiert die Art der Vorstandskommunikation als „Insbesondere die Art und Weise der Kommunikation ist ein Desaster gewesen“. „Bis heute kennen die Belegschaften nur Spekulationen aus den Medien, anstatt dass sich ihr eigener Vorstand direkt an sie wendet. Das, was da vor der Sommerpause abgeliefert wurde, das geht so nicht.“
Der IG-Metall-Bezirksleiter wirft auch der Familie Porsche-Piech vor, besonders Druck auf Einsparungen ausgeübt zu haben. Wer die aktuelle Situation für kurzfristige Gewinne nutzen wolle, gefährde die langfristige Zukunft des Unternehmens, so Gröger. „Das werden wir nicht mitmachen. Alle sind jetzt gefordert und müssen sich beteiligen, gerade auch die, die normalerweise von Dividenden in Millionenhöhe profitieren.“
Drohung mit Streiks und Appell an Großaktionäre
Gröger warnt die Großaktionäre, den traditionellen Konsens zwischen Arbeitnehmern und Kapitalseite zu respektieren. „Wenn man diesen Konsens aufkündigen will, wird es brandgefährlich. Volkswagen ist nicht irgendein Unternehmen: Wir wissen alle, dass Volkswagen seine Grundlage in geraubten Gewerkschaftsgeldern durch die Nationalsozialisten hatte. Wenn ein Eigentümer diese DNA nicht mehr im Blick hätte, wäre er hier fehl am Platze“.
Für den Herbst bereiten die Belegschaftsvertreter reguläre Streiks vor – ein Novum in der VW-Geschichte. „Das müssen wir immer, weil wir zum Jahreswechsel in eine normale Tarifrunde bei Volkswagen gehen“. „Wir müssen immer in der Lage sein, zu eskalieren. Ich will aber auch klar sagen: Eskalation ist nicht unser Ziel, aber wir sind handlungsfähig.“