Die Unternehmen in Deutschland haben ihre Investitionspläne für das laufende Jahr nach oben angepasst. Vor allem die Industrie zeigt sich optimistischer, während energieintensive Branchen und der Handel zurückhaltend bleiben. Steigende Energiekosten infolge des Iran-Krieges dämpfen jedoch eine stärkere Erholung der Wirtschaft.
Investitionserwartungen drehen ins Plus
Die vom Münchener Ifo-Institut gemessenen Investitionserwartungen sind im März auf +0,2 Punkte gestiegen, nach -3,1 Punkten im Dezember 2025. Damit planen die Unternehmen in Deutschland im Durchschnitt wieder etwas höhere Ausgaben als im Vorjahr.
Timo Wollmershäuser, Ifo-Konjunkturchef, sieht als einen Grund für die bessere Stimmung die Entwicklung in der Industrie. „Die verbesserte Auftragslage in der Industrie hat die Stimmung etwas aufgehellt“, sagte er laut Ifo-Institut. Zugleich verwies er auf belastende Faktoren: „Infolge des Iran-Krieges sind die Energiekosten allerdings stark gestiegen und auch die Unsicherheit bei den Firmen nahm zu.“ Das stehe einer kräftigeren Erholung der Wirtschaft entgegen.
Industrie wird optimistischer, Energiebranchen bremsen
In der Industrie hat die Investitionsbereitschaft am deutlichsten zugelegt. Die Erwartungen stiegen auf +0,1 Punkte im März, von -6,9 Punkten im Dezember. Besonders kräftig verbesserten sich die Aussichten in den nicht-energieintensiven Branchen: Dort planten deutlich mehr Unternehmen, ihre Investitionen im laufenden Jahr auszuweiten. Der Saldo stieg von -6,4 auf +2,0 Punkte.
Deutliche Zuwächse zeigten sich im Maschinenbau, wo der Saldo von -8,6 auf +2,1 Punkte kletterte, sowie im Fahrzeugbau, in dem sich die Investitionserwartungen von +2,9 auf +14,8 Punkte verbesserten.
In den energieintensiven Branchen bleibt die Investitionsbereitschaft hingegen gedämpft. Der Saldo lag im März mit -9,0 Punkten nahezu unverändert auf dem Niveau vom Dezember (-8,9 Punkte). In der Chemie verschlechterten sich die Investitionserwartungen sogar weiter von -15,8 auf -16,2 Punkte.
Mehr Mittel für Forschung, Entwicklung und Software
Die geplanten Ausgaben der Industrie für Forschung und Entwicklung befinden sich ebenfalls im Aufwind. So rechnen unter anderem der Fahrzeugbau und der Maschinenbau wieder mit mehr Investitionen, nachdem im Dezember noch Kürzungen geplant waren. Insgesamt drehte der entsprechende Saldo im Verarbeitenden Gewerbe von -4,1 auf +1,2 Punkte.
Lara Zarges, Ifo-Konjunkturexpertin, verweist zudem auf zunehmende Softwareinvestitionen: „Auch wollen die Unternehmen branchenübergreifend mehr in Software investieren. Eine Rolle dürfte dabei die zunehmende Nutzung Künstlicher Intelligenz spielen“, sagte sie laut Ifo-Institut.
Im Handel bleiben die Unternehmen am pessimistischsten. Der Saldo der Investitionserwartungen lag im März mit -9,6 Punkten nahezu unverändert auf dem Niveau vom Dezember. Die Dienstleister bestätigten dagegen ihren im Dezember leicht positiven Ausblick: Ihre Investitionserwartungen verbesserten sich von +1,1 auf +2,8 Punkte.
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