UN-Generalsekretär António Guterres warnt vor einem ungebremsten KI-Wettrüsten und ruft die Supermächte zu gemeinsamen Gesprächen auf. Europa gehöre zu den entscheidenden Akteuren, betont er. Ein Dialog sei nötig, um Leitplanken für die Entwicklung zu setzen.
Warnung vor unkontrolliertem KI-Wettlauf
Eine Katastrophe wäre es, wenn Staaten – und vor allem Supermächte – glaubten, sie müssten so schnell wie möglich rennen, um die jeweils andere Supermacht zu besiegen, sagte Guterres dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Er verwies auf den Kalten Krieg: Nach der Kubakrise und anderen Zwischenfällen sei ein Dialog zwischen den USA und der Sowjetunion zustande gekommen, der schließlich sogar zu einer Abrüstung führte.
Die Hauptverantwortung für die Sicherheit von KI liege bei den Regierungen, da sie das Leben und die Sicherheit ihrer Bürger schützen müssten. Dass sich US-Finanzminister Scott Bessent gerade für ein Gespräch über KI-Sicherheit mit China offen zeigte, wertete Guterres als gutes Zeichen.
Eigener Umgang mit KI bei den Vereinten Nationen
Guterres hat seine Reden laut eigener Aussage noch nie mit Künstlicher Intelligenz erstellt. "Natürlich arbeite ich dabei immer mit meinem Team zusammen. Aber wir nutzen keine KI, um meine Reden vorzubereiten".
Bei den Vereinten Nationen werde KI jedoch für Übersetzungen und in der Verwaltung genutzt. "Aber bei dem, was ich als Generalsekretär vermitteln will, soll der Mensch das Heft in der Hand behalten".