Der Grünen-Politiker Janosch Dahmen hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und ist seit Kurzem Reservist der Bundeswehr. Angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine will der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Deutschland notfalls auch mit der Waffe verteidigen und wirbt zugleich für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst für alle jungen Menschen.
Grünen-Politiker wird Bundeswehr-Reservist
Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, will Deutschland notfalls mit der Waffe verteidigen. Dahmen hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und ist seit Kurzem Reservist der Bundeswehr, berichtet der „Spiegel“.
„Meine Überzeugung war und ist: Ich will keinen Menschen töten. Doch ich muss anerkennen, die Zeiten und Rahmenbedingungen, vor denen ich diese Gewissensentscheidung verantworten muss, haben sich geändert“, erklärte Dahmen laut „Spiegel“. Der Unfall- und Notmediziner absolvierte im Juni nach eigenen Angaben eine mehrtägige Übung im Sanitätslehrregiment im bayerischen Feldkirchen und legte in Straubing öffentlich das Gelöbnis ab.
Spätestens durch den Angriffskrieg Russlands unter Präsident Wladimir Putin im Februar 2022 auf die Ukraine sei ihm klar geworden: „Es kann nicht nur die Aufgabe der anderen sein, unser schützenswertes Land und unsere freie, liberale Gesellschaft zu verteidigen, wenn sie von ihren Feinden angegriffen wird“, begründete der 44-Jährige seinen Entschluss, so der „Spiegel“.
Werben für neuen Umgang mit der Bundeswehr
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete wirbt dem Bericht zufolge auch in seiner Partei und Fraktion für einen neuen Umgang mit der Bundeswehr. Derzeit wird in einer Projektgruppe der Bundestagsfraktion über das Für und Wider von Freiwilligen- und Pflichtdiensten beraten.
„Ich bin für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst. Alle Menschen, Männer und Frauen, sollten diesen nach der Schule für sechs bis zwölf Monate leisten. Entweder bei der Bundeswehr oder bei einer Hilfsorganisation, dem Bevölkerungsschutz oder einer sozialen Einrichtung“, schlug Dahmen vor, zitiert vom „Spiegel“.
Vorschlag für wiederkehrende Dienstphasen
Diese gleichwertigen Gesellschaftsdienste sollten laut Dahmen keine einmalige Sache am Ende der Schulzeit bleiben. „Jeder sollte beispielsweise alle sechs Jahre für sechs Wochen zurück in den jeweiligen Bereich gehen. Wir können es nicht nur der jungen Generation zur Aufgabe machen, für Wehrhaftigkeit und Resilienz zu sorgen“, so Dahmen weiter, berichtet der „Spiegel“.
Auf dem Bundesparteitag in Hannover im Herbst vergangenen Jahres hatten sich die Grünen mit knapper Mehrheit für die verpflichtende Musterung von jungen Männern ausgesprochen, wie sie jetzt auch das neue Wehrgesetz für die Jahrgänge ab 2008 vorsieht. Weitere Dienstmodelle, wie sie innerhalb der Grünen kursieren, wurden damals nicht beraten, so der „Spiegel“.
