Der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir hält eine vorübergehende Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für Lkw wegen des Niedrigwassers für sinnvoll. Auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erwägt diese Notfallmaßnahme. Beide betonen die Dringlichkeit, Lieferketten aufrechtzuerhalten.
Koordinierte Notfallmaßnahmen gefordert
Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Tarek Al-Wazir, sagte dem Nachrichtenportal T-Online: "In einer akuten Notlage müssen Bund, Länder, Häfen, Bahn und Wirtschaft gemeinsam dafür sorgen, dass wichtige Lieferketten aufrechterhalten werden".
Al-Wazir forderte zudem, zu prüfen, ob zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene mobilisiert werden können. "Besonders wichtige Güter können priorisiert und die Transporte zwischen Häfen, Bahn, Speditionen und Unternehmen eng koordiniert werden."
Die aktuellen Pläne seien jedoch nur kurzfristige Notmaßnahmen, so Al-Wazir. "Langfristig müssen wir die Binnenschifffahrt dauerhaft widerstandsfähiger gegen Niedrigwasser machen. Und zwar vor allem mit niedrigwassergeeigneten Schiffen und einer leistungsfähigen Wasserstraßenverwaltung und zügigen Maßnahmen an den betroffenen Wasserstraßen."
Der Politiker warnt vor den Folgen des Klimawandels. "Deshalb müssen kurzfristige Krisenhilfe, langfristige Vorsorge und konsequenter Klimaschutz zusammen gedacht werden."
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) bestätigt, dass eine Aufhebung des Sonntagsfahrverbots im Raum stehe. "Das steht im Raum".
Am Donnerstag sagte er der "Bild": "Wenn der Verkehr auf der Wasserstraße Rhein komplett zum Erliegen kommen sollte, dann müssen wir schauen, wie wir auf die Straße oder auf die Schiene ausweichen können."