Flächenbrand dehnt sich aus – Munition erschwert Einsatz
Seit Tagen kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Flächenbrand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern. Wie die Ostdeutsche Allgemeine berichtet, hat sich das Feuer bereits auf über 300 Hektar ausgeweitet. Betroffen sind unter anderem die Gemeinden Möllenhagen, Penzlin und Neustrelitz. Die Brandbekämpfung wird durch Altmunition im Boden erschwert, die immer wieder zu Explosionen führt. Einsatzkräfte müssen einen Sicherheitsabstand von etwa 1000 Metern einhalten, was ein direktes Vorgehen gegen die Flammen unmöglich macht. Landrat Thomas Müller betonte, ohne diese Einschränkung wäre der Brand längst gelöscht.
Giftige Gase bedrohen Granzin vorerst nicht
Auch giftige Gase wie Phosphor könnten freigesetzt werden, weshalb ein ABC-Erkunder des Katastrophenschutzes im Einsatz ist. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe jedoch nicht, versicherte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die am Dienstagabend angeordnete Evakuierung der Ortschaft Granzin mit rund 100 Einwohnern bleibt vorerst bestehen. Die Feuerfront lag am Donnerstag etwa 1,4 Kilometer vom Ort entfernt. Als Notunterkunft dient das Bürgerzentrum in Peckatel.
Bundeswehr und Helfer kämpfen gegen die Flammen
Zudem wurden alle Seen im Umkreis der Brandstelle geräumt, um die Betankung von Löschhubschraubern zu ermöglichen. Drei Bundeswehr-Hubschrauber unterstützen die Löscharbeiten, wie der Landkreis mitteilte. Auch das Technische Hilfswerk und Kräfte aus Bayern, Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg und Niedersachsen sind vor Ort. Insgesamt sind etwa 375 Einsatzkräfte im Einsatz. Neben der Bundeswehr kommen auch spezielle Geräte wie Kreisregner aus Brandenburg zum Einsatz.
Kreisregner sollen Brände eindämmen
Der Landkreis Prignitz stellt 30 dieser Geräte bereit, die bis zu 800 Liter Wasser pro Minute versprühen können. Insgesamt wurden bereits 67 Kreisregner aufgebaut, weitere 120 sollten im Tagesverlauf hinzukommen. Nach Einschätzung der Einsatzleitung werden die Löscharbeiten noch mehrere Tage andauern. Auf nennenswerten Regen wird erst gegen Ende der Woche gehofft. Die Polizei rief Anwohner und Urlauber erneut dazu auf, das Gebiet weiträumig zu meiden.
