Ein Konsortium um den Internetkonzern Google versucht offenbar, die Vergabe eines millionenschweren Auftrags für eine souveräne Cloud-Lösung der deutschen Verwaltung an SAP und Deutsche Telekom zu stoppen. Nach Informationen von Beteiligten hat die Bietergruppe in letzter Minute Beschwerde gegen die Entscheidung der Bundesregierung eingelegt. Das Auftragsvolumen soll sich auf 250 Millionen Euro in vier Jahren summieren.
Beschwerde gegen Großauftrag für souveräne Verwaltungs-Cloud
Ein Konsortium um den Internetkonzern Google will offenbar verhindern, dass die Bundesregierung einen millionenschweren Auftrag für eine souveräne Cloud-Lösung der deutschen Verwaltung an die beiden deutschen Konkurrenten SAP und Deutsche Telekom vergibt. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Verweis auf Informationen von Beteiligten, die an dem Verfahren beteiligt sind. Danach legte die Bietergruppe in letzter Minute Beschwerde gegen die Entscheidung ein, den beiden Technikkonzernen einen Auftrag zu erteilen.
Insgesamt summiert sich das Auftragsvolumen den Informationen zufolge auf 250 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren. Von dem Großauftrag sollen zu 30 Prozent auch die beiden Unternehmen SVA und Schwarz Digits profitieren, hieß es. Die doppelte Vergabe soll mögliche Abhängigkeiten vermeiden und durch Redundanzen das Cloud-System absichern.
Rückschlag für Digitalminister Wildberger
Die Beschwerde ist ein Rückschlag für die Bemühungen von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU), schnell eine einheitliche Struktur für digitale Anwendungen der deutschen Verwaltung einzuführen, um die schleppende Digitalisierung voranzutreiben. Bisher scheitere der digitale Staat auch an fehlender Vernetzung, hieß es weiter.
Bund, Länder und Kommunen verwalten ihre Daten und digitalen Angebote getrennt voneinander, manche nutzen dafür nicht einmal einen Cloud-Service von den gängigen Anbietern wie Microsoft, Google, Amazon oder SAP, sondern nutzen eigene Server im Keller. Wildberger möchte dies nun vereinheitlichen und eine professionelle, sichere Struktur anbieten, die zudem noch von geopolitischen Verwerfungen unabhängig ist.
Keine Kommentare von Google, Adesso und Ministerium
Google wollte sich am Montagnachmittag nicht zum Verfahren äußern und begründete dies damit, „dabei nicht als Akteur beteiligt zu sein“ und verwies in diesem Zusammenhang auf seinen Geschäftspartner. Adesso wollte den Vorgang ebenso nicht kommentieren wie das Bundesdigitalministerium.
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