Mit Flyern will die Initiative „Den Rechten die Räume nehmen“ erneut gegen Treffen der AfD in einer Osnabrücker Kneipe mobil machen. Im Mittelpunkt der Aktion steht die JohannisBier-Stube in der Johannisstraße, in der die Partei Stammtische und Vortragsabende veranstaltet hat.
Aktivisten rufen zu Protest und öffentlichem Druck auf
In ihrem Flyer kündigen die Aktivisten an, den Druck auf die Kneipe und deren Umfeld weiter erhöhen zu wollen. Ziel sei es, die Nachbarschaft sowie die Öffentlichkeit über die Treffen der Partei zu informieren. Gleichzeitig wird dazu aufgerufen, der Gaststätte „die Meinung zu sagen“ und sich gegen eine dauerhafte Etablierung der AfD an diesem Ort zu stellen.
Die Initiative erklärt, man habe bereits im vergangenen Jahr öffentlich auf Veranstaltungen der AfD in der JohannisBier-Stube aufmerksam gemacht. Daraufhin habe die Partei ihre Treffen zeitweise an einen anderen Ort verlegt. Nun seien die Veranstaltungen jedoch zurück in der Kneipe am Salzmarkt.
Der Flyer von „Den Rechten die Räume nehmen“. / Foto: Privat
Treffen laut Flyer hinter verschlossenen Türen
In dem Schreiben schildern die Aktivisten, die Zusammenkünfte fänden „hinter verschlossenen Türen“ statt. Dies deuten sie als Versuch, Gegenprotesten aus dem Weg zu gehen. Die Gruppe kündigt an, weiterhin öffentlich über die Treffen informieren zu wollen. Zudem wird im Flyer darauf hingewiesen, dass Kneipenbetreiber Markus Kemper selbst aktives Mitglied der AfD sei und auf einer Liste der Partei zur Kommunalwahl kandidiere.
Die Aktivisten begründen ihren Protest mit der gesellschaftlichen Entwicklung und warnen vor einer weiteren Stärkung rechter Strukturen. Man wolle verhindern, dass sich „mitten in Osnabrück“ ein dauerhafter Treffpunkt der Partei etabliere.

Vorstellung von Markus Kemper auf Instagram. / Foto: Screenshot
AfD-Kreisvorsitzender spricht von Übergangslösung
Auf HASEPOST-Nachfrage bestätigt der AfD-Kreisvorsitzende Florian Meyer, dass in den vergangenen Monaten mehrere Veranstaltungen der Partei in der JohannisBier-Stube stattgefunden hätten. Zu Gast seien dabei unter anderem Dirk Brandes, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des AfD-Bundesvorstands, sowie Micha Fehre, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der Generation Deutschland – Niedersachsen, gewesen. Auch weitere Bundes- und Landtagsabgeordnete hätten an Veranstaltungen teilgenommen.
Nach Angaben der AfD seien die Treffen nach dem Farbanschlag auf das Parkhaus Rink wieder in die JohannisBier-Stube verlegt worden. Dabei handele es sich jedoch lediglich um eine vorübergehende Lösung. Für die Wahlkampfzeit seien dort keine weiteren Veranstaltungen geplant. Derzeit verhandele die Partei mit einer anderen Gaststätte, da die Räumlichkeiten in der Johannisstraße für die gestiegene Zahl der Gäste nicht mehr ausreichen würden.

Farbanschlag auf das Parkhaus Rink. / Foto: Privat
Scharfe Kritik an Kampagne
Meyer übt zugleich deutliche Kritik an der Kampagne „Den Rechten die Räume nehmen“. Das Verteilen von Flyern und die öffentliche Kritik an der Gaststätte bezeichnet er als „gezielte Hetze gegen eine völlig rechtmäßig betriebene Gaststätte“. Wörtlich erklärt er: „Diese Gruppierung hat mit Rechtsstaat und demokratischem Grundverständnis nicht das Geringste am Hut.“
Zudem wirft er den Aktivisten Einschüchterung und den Versuch der Meinungsunterdrückung vor. „Wir nehmen diese Einschüchterungsversuche ernst, lassen uns davon aber nicht beeindrucken“, erklärt der Kreisvorsitzende weiter. Die Partei werde sich „von Straftätern und ihren geistigen Brandstiftern nicht mundtot machen lassen“.

Demonstration in der Johannisstraße. / Foto: Pohlmann
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