Estlands Außenminister Margus Tsahkna sieht deutliche Anzeichen dafür, dass der Druck auf Russlands Präsident Wladimir Putin wächst und ihn zu Friedensverhandlungen bewegen könnte. Sanktionen, wirtschaftliche Probleme und ukrainische Angriffe auf Ziele im russischen Hinterland zeigten nach seinen Worten spürbare Wirkung. Gleichzeitig warnt Tsahkna vor unberechenbaren Reaktionen Putins.
„Unsere Strategie wirkt“
Estlands Außenminister Margus Tsahkna erkennt nach eigenen Worten „deutliche Erfolge“, Russlands Präsident Wladimir Putin zu Friedensverhandlungen zu bewegen. „Selbst im Kreis der Oligarchen zweifeln mehr und mehr an Putins Krieg“, sagte Tsahkna dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die Spannungen im Umfeld Putins nähmen zu. „Viele, die vor einem Jahr noch von einem Sieg gesprochen haben, glauben inzwischen nicht mehr daran.“
Der Außenminister sagte: „Zum ersten Mal sehen wir deutlich, dass unsere Strategie wirkt.“ Nach seinen Worten zeigen die Sanktionen Wirkung, die Wirtschaft stehe unter Druck, und der Ukraine gelängen Schläge weit ins russische Hinterland hinein gegen Ölraffinerien und Infrastruktur. „Mittlerweile spürt jeder Russe, dass dieser Krieg nicht irgendwo weit entfernt stattfindet, sondern das eigene Land erreicht hat.“
Druck auf Putin und mögliche Szenarien
Tsahkna hält eine Änderung des Kurses in Moskau für möglich. „Putin könnte seine Ziele ändern und ernsthafte Verhandlungen aufnehmen – wenn er rational handelt“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Zugleich schließt er drastische Wendungen nicht aus: „Es kann aber genauso gut sein, dass er eines Tages gemeinsam mit seiner Familie aus dem Fenster springt. So etwas kommt in Russland schließlich vor.“
