Sieben Nächte Bomben auf Iran – Teheran schlägt zurück. Droht ein langer Krieg?
Seit einer Woche bombardieren die USA den Iran in einer Serie von Angriffen, die sich zunehmend gegen zivile Infrastruktur richten. Wie die Berliner Zeitung berichtet, wurden Brücken, Stromnetze, Entsalzungsanlagen und Flughäfen im Iran angegriffen. Die Angriffe begannen als Operation zur Sicherung der Straße von Hormus, haben sich jedoch zu einem regionalen Konflikt ausgeweitet. US-Präsident Donald Trump betont öffentlich den Erfolg der Militäroperationen, doch die Fakten deuten auf eine wachsende Eskalation hin. Die Zahl der Opfer steigt: Nach iranischen Angaben wurden mindestens 38 Menschen getötet und über 400 verletzt, während das Pentagon von 427 verwundeten und 14 gefallenen US-Soldaten seit Kriegsbeginn spricht.
USA reagieren auf neue Vorwürfe
Teheran reagiert mit Gegenangriffen auf US-Verbündete in der Region. Laut Reuters und AP zielten iranische Raketen auf Ziele in Kuwait, Bahrain, Katar, Jordanien und Oman. Zudem übernahm der Iran die Verantwortung für Angriffe auf US-Stellungen in Syrien. Die syrische Regierung bestritt gegenüber AFP, dass ein US-Kommandozentrum in al-Tanf angegriffen worden sei, während das US Central Command (Centcom) solche Vorfälle ebenfalls dementierte. Die Diskrepanz in den Berichten unterstreicht die Unsicherheit über die tatsächliche Lage.
Streit um Hormus-Strasse eskaliert militärisch
Ein zentraler Auslöser der aktuellen Eskalation ist die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran, eine der wichtigsten maritimen Handelsrouten für Öl und Gas. Wie der britische Guardian berichtet, scheiterte eine im Juni unterzeichnete Übereinkunft zur Offenhaltung der Route, da beide Seiten das Abkommen unterschiedlich interpretierten. Der Iran griff Schiffe an, die eine von den USA unterstützte Transitroute nutzten. Die USA reagierten mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen und Angriffen auf Öltanker, die die Blockade durchbrechen wollten.
Bahrain: US-Marine im Visier iranischer Angriffe
Die geografische Ausweitung des Konflikts ist besonders besorgniserregend. In Bahrain lösten die Behörden nach Angaben von CNBC und AP zweimal Luftalarm aus, nachdem der Iran ein US-Drohnendepot und ein KI-Zentrum angegriffen haben soll. Bahrain beherbergt die Fünfte Flotte der US-Marine, was die Angriffe zu einer qualitativen Eskalation macht. Zudem drohen die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) mit „verheerenden Kosten“ für Länder, die US-Basen beherbergen, falls die Angriffe anhalten.
Experten warnen vor endlosen Krieg und Kriegsverbrechen
Experten warnen vor den langfristigen Folgen. Ian Lesser vom Think-Tank GMF sprach laut CNBC von einem Risiko eines „endlosen Krieges“ und einer strategischen Fehleinschätzung der US-Regierung. Gleichzeitig wächst der politische Druck auf Trump, da die Ölpreise steigen und die Kongresswahlen im November bevorstehen. Die Zerstörung ziviler Infrastruktur im Iran könnte zudem rechtliche Konsequenzen haben, da solche Angriffe als Kriegsverbrechen gewertet werden könnten.
