Polizei geht von vorsätzlichem Anschlag in Bergheim aus – Parallelen zu Brandenburg
In Bergheim bei Köln hat die Polizei nach einer Störung an einem Umspannwerk sechs Abschussvorrichtungen in einem Maisfeld gefunden. Wie der WDR und die Zeit berichten, gehen die Ermittler davon aus, dass mit diesen Vorrichtungen pyrotechnische Gegenstände genutzt wurden, um einen Draht über die Stromleitungen zu schießen. Dies habe einen Kurzschluss ausgelöst, der zu einem Erdschluss führte. Der leitende Kriminaldirektor Michael Esser bestätigte, dass die Vorrichtungen gezielt eingesetzt wurden, um den Vorfall herbeizuführen. Die Stromversorgung der Bevölkerung blieb laut RWE und Amprion jedoch ununterbrochen, obwohl fünf Braunkohlekraftwerksblöcke im Rheinischen Revier vorübergehend vom Netz gingen.
Leitfähiges Material löste Kurzschluss aus
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte, die Täter hätten mutmaßlich leitfähiges Material über die Oberleitung gebracht, um den Kurzschluss zu verursachen. Der Netzbetreiber Amprion bestätigte den Vorfall und betonte, dass die Systemstabilität stets gewährleistet war. Ein Sprecher von RWE Power erklärte, dass die Kraftwerksblöcke schrittweise wieder hochgefahren würden, was aufgrund der Abkühlung der Turbinen Zeit beanspruche.
Brandenburg-Vorfall ähnelt NRW-Angriff
Die Ermittler sehen Parallelen zu einem Vorfall in Brandenburg, wo am Dienstagmorgen Unbekannte nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde versucht hatten, Kurzschlüsse an einem Umspannwerk auszulösen. Wie der Focus und die Welt berichten, wurden dort ebenfalls pyrotechnische Gegenstände gefunden. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bestätigte, dass die Spurenlage in beiden Fällen Ähnlichkeiten aufweise. In Brandenburg hat die Polizei bereits Ermittlungen wegen Terrorverdachts eingeleitet.
DNA-Spuren sollen Täter überführen
Kriminaldirektor Esser hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung, da die Abschussvorrichtungen möglicherweise bereits länger unbemerkt auf dem Feld platziert worden seien. Die Vorrichtungen sollen nun auf mögliche DNA-Spuren untersucht werden. Bisher gebe es jedoch keine konkreten Täterhinweise, so Esser.
Henrichmann warnt vor voreiligen Schuldzuweisungen
Der CDU-Politiker Marc Henrichmann, Vorsitzender des Geheimdienstkontrollgremiums des Bundestags, warnte vor übereilten Schuldzuweisungen. In einem Interview mit der Rheinischen Post betonte er, dass nur Klarheit wirksamen Schutz ermöglichen würde. Dies gelte auch für die Ermittlungen nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle, für den die Bundesregierung Russland verantwortlich gemacht habe.