Steigende Anleiherenditen in den USA belasten nach Einschätzung des Kapitalmarktexperten Mohamed El-Erian auch Regierungen in Europa und anderen Ländern. Besonders verwundbar seien Frankreich, Großbritannien und Japan.
Ungleichgewicht am Anleihemarkt hält an
In den USA sind die Renditen auf längerfristige Staatspapiere in den vergangenen Wochen spürbar gestiegen. Das US-Finanzministerium griff bereits mit seltenen Eingriffen am Kapitalmarkt ein, doch die Effekte verpufften schnell.
El-Erian sieht ein anhaltendes Ungleichgewicht: Der Kapitalbedarf großer Tech-Konzerne sei extrem hoch, und auch die US-Regierung müsse mehr Anleihen begeben. Gleichzeitig gebe es weniger Käufer am Markt, so der Kapitalmarktexperte, der an der renommierten Wharton Business School unterrichtet: „Das treibt die Renditen“.
Globale Auswirkungen unvermeidbar
"Wenn Anleger in den USA höhere Renditen erzielen können, müssen andere Länder ebenfalls mehr bieten, um Kapital anzuziehen. Was im US-Anleihemarkt passiert, bleibt also nicht auf die USA beschränkt", sagte El-Erian dem Handelsblatt. Am verwundbarsten seien Frankreich, Großbritannien und Japan, so der Experte, der unter anderem die Allianz berät.
"Die Situation erschwert zwar die politischen Anstrengungen auf der ganzen Welt. Daran gibt es keinen Zweifel". Die Situation in den USA würde nun andere Staaten dazu zwingen, "etwas gegen ihre eigenen Probleme unternehmen."