Edeka-Chef Markus Mosa stellt im Zuge der geplanten Übernahme der Supermarktkette Tegut umfassende Jobgarantien in Aussicht. Alle Märkte einschließlich wirtschaftlich schwieriger Standorte sollen weitergeführt und sämtliche Mitarbeiter übernommen werden, wie Mosa in einem Interview mit dem Magazin "Focus" erklärte. Zugleich verteidigt er den Expansionskurs von Edeka gegen den Vorwurf wachsender Marktmacht und verweist auf vergleichsweise niedrige Lebensmittelpreise in Deutschland.
Alle Tegut-Beschäftigten sollen übernommen werden
Edeka-Chef Markus Mosa betonte gegenüber dem Magazin „Focus“, der Anspruch sei es, „alle Märkte einschließlich wirtschaftlich besonders herausfordernder Standorte fortzuführen“ und sämtliche dort beschäftigten Mitarbeiter zu übernehmen. Das sei ihm persönlich und der Edeka angesichts des geplanten vollständigen Rückzugs der Migros aus Deutschland sowie angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage ein wichtiges Anliegen. Jeder Arbeitsplatz, der erhalten werden könne, sei ein Gewinn.
Edeka will nach dem Migros-Abzug 200 Filialen der Tegut-Supermarktkette übernehmen. Der Deal braucht allerdings noch das Plazet des Bundeskartellamtes.
Zukunftsperspektive für Standorte und Beschäftigte
Mosa erklärte laut „Focus“, Edeka schaffe eine „klare Zukunftsperspektive für die Tegut-Märkte und ihre Beschäftigten in den betroffenen Regionen“. Man werde die Standorte wieder wirtschaftlich stabil aufstellen, rund 4.500 Arbeitsplätze sichern und die Nahversorgung für die Menschen vor Ort gewährleisten.
Debatte um Marktmacht und Preise
Die Kritik, mit weiterem Wachstum von Edeka verschärfe sich die Machtkonzentration im Einzelhandel und treibe die Preise für die Verbraucher, ließ Mosa nach Angaben des „Focus“ nicht gelten. Die Lebensmittelpreise in Deutschland lägen im EU-Vergleich auf einem niedrigen Niveau, bei gleichzeitig sehr hoher Produktqualität und -vielfalt. „Das nehme nicht nur jeder Kunde subjektiv wahr, der im Ausland einkaufe, sondern sei auch objektiv belegt sowie vom Bundeskartellamt anerkannt“, behauptete der Edeka-Chef. Sein Unternehmen habe dem Kartellamt auf Echtdatenbasis belegt, dass Edeka von der Inflation im Lebensmittelbereich nicht profitiert habe.
In dem Zusammenhang attackierte Mosa nach „Focus“-Angaben seine Zulieferer, die globalen Markenkonzerne, die er für steigende Verbraucherpreise verantwortlich machte. Man habe sich exemplarisch die Preisentwicklung von Produkten großer Marken im Zeitraum von 2023 bis heute angeschaut. „Konkretes Beispiel: Die durchschnittliche Preisentwicklung bei Nestlé Schokoladenprodukten liegt in dem Zeitraum rund 40 Prozent über unseren Eigenmarken“, sagte er. „Man muss sich also die Frage stellen, wer die Marktmacht wirklich hat.“
Der Edeka-Chef appellierte laut „Focus“ an das Kartellamt, rasch über die Tegut-Übernahme zu entscheiden. Er sei absolut sicher, dass das Bundeskartellamt die Bedeutung dieses Verfahrens für die Zukunft der Beschäftigten und der Lieferanten von Tegut und letztlich für die Verbraucher vor Ort kenne und schnellstmöglich entscheide. Natürlich müsse das Bundeskartellamt genau prüfen, aber die Alternative zu einem Erwerb durch Edeka liege auf der Hand: die Schließung der Märkte vor Ort und der Arbeitsplatzverlust von tausenden Menschen. Sein Wunsch sei „schnellstmögliche Klarheit aus Bonn für die betroffenen Menschen, die bei Tegut arbeiten und alle, die dort weiterhin einkaufen möchten“, so Mosa im „Focus“.
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