Die Gasspeicher in Deutschland sind so leer wie seit vier Jahren nicht mehr. Wegen der aktuell hohen Preise kaufen Energieunternehmen kaum Gas ein, obwohl dadurch im Winter Engpässe drohen könnten. Branchenvertreter warnen, dass bei einem kalten Winter in einigen Monaten ein erheblicher Teil des Gasverbrauchs nicht gedeckt werden könnte.
Füllstände auf Krisenniveau
Am 1. Mai lag der durchschnittliche Füllstand der Gasspeicher in Deutschland bei rund 26 Prozent. Das ist ein Niveau, das zuletzt im Krisenjahr 2021/2022 erreicht wurde, teilte die Initiative Energien Speichern (Ines), ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher, am Dienstag mit.
Aufgrund der stark gestiegenen Preise wollen die Marktakteure derzeit kein Gas auf dem Großmarkt kaufen und einspeichern. Für den Winter könne in der Theorie derzeit deutlich günstiger eingekauft werden. Das birgt nach Darstellung der Speicherbetreiber ein Risiko: Es könnte die Situation eintreten, dass Gasversorger im Winter zwar einen Anspruch auf Lieferung haben, das Gas aber physisch nicht vorhanden ist.
Warnung vor möglichen Engpässen
„In einem kalten Szenario mit einem Temperaturniveau des Referenzjahres 2010 zeigen die Analysen Versorgungsknappheiten“, teilte Ines am Dienstag mit. In diesem Fall könnten in den Monaten Januar, Februar und März 2027 Unterdeckungen von insgesamt 20 TWh auftreten. In den Modellrechnungen kann demnach an einzelnen Tagen sogar über 35 Prozent des Gasverbrauchs nicht mehr gedeckt werden.
Der Markt kauft laut Ines derzeit Gas auf dem Großmarkt in einem Umfang ein, der eine Befüllung der Gasspeicher von 76 Prozent bis zum 1. November erwarten lässt. Die Speicherbetreiber sind diesbezüglich weiter skeptisch, ob das ausreicht: „Wir wissen bereits aus dem letzten Winter, dass eine Buchungs- und Befüllungssituation in Höhe von 76 Prozent nur reicht, wenn das Wetter mitspielt.“
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